Bundesforste präsentieren ersten Umweltbericht der österreichischen Forstbranche

Wien (OTS) - Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) präsentierten heute den ersten Umweltbericht der Forstbranche. Als größter Inhaber natürlicher Ressourcen wollen sie damit einmal mehr ihrer Verantwortung gerecht werden und ihre umfassenden Leistungen für Natur und Umwelt belegen.

Im Unternehmenskonzept 1997 hat sich die ÖBf AG zur naturnahen Waldwirtschaft, zum weiteren Ausbau der Naturschutzkompetenz und zur Wahrnehmung der ökologischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft verpflichtet. Der nun vorliegende Umweltbericht, der unter Leitung von ÖBf-Bereichsleiter Peter Weinfurter in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt erstellt wurde, gibt erstmals detaillierten Aufschluss darüber, wie die Bundesforste diesen Zielen nach-kommen. Er umfasst die Bereiche Waldbewirtschaftung, Jagd und Wild, Wasser, Fischerei, Seen, Naturschutz, Tourismus, Gesteinsabbau, Deponie sowie Energieeinsatz im Unternehmen. Diese Bandbreite widerspiegelt die Geschäftsfelder und auch den permanenten Interessenausgleich zwischen Natur, Gesellschaft und Wirtschaft, der die tägliche Arbeit der Bundesforste prägt.

Waldbewirtschaftung im Zeichen der Nachhaltigkeit
Wald zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Österreich. Leitlinie für den Umgang der Bundesforste mit dieser Ressource ist das Prinzip der Nachhaltigkeit. "Wir nutzen die wirtschaftlichen Möglichkeiten in der Waldbewirtschaftung nur innerhalb eines klar definierten ökologischen Rahmens", so der für Forstwirtschaft und Naturschutz verantwortliche Vorstand Georg Erlacher. "Zum Beispiel begründen wir bewusst natürliche Waldgesellschaften, wie den am häu-figsten vorkommenden Fichten-Buchen-Tannen-Lärchen-Wald. Auch der Schutzwaldbewirtschaftung wird größtes Augenmerk geschenkt, was auch der Gesellschaft zugute kommt." Der Anteil an Schutzwaldflächen ist bei den Bundesforsten überproportional hoch und beträgt rund 150.000 ha, was mehr als einem Drittel der gesamten ÖBf-Waldfläche entspricht.

Schutz von gefährdeten Arten und Lebensräumen
Dem Naturschutz wird nicht nur durch nachhaltige Waldbewirtschaftung entsprochen. Gemeinsam mit Partnern werden Programme zum Arten- und Lebensraumschutz durchgeführt, wie Erlacher erläutert. "Wald bedeutet für uns immer auch Lebensraum. Unser Engagement im Arten-schutz reicht vom Hundsfisch über Raufußhuhn und Schwarzstorch bis zum Braunbären". Um einen angemessenen Lebensraum für die Tiere zu schaffen, wird versucht, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten bzw. wieder herzustellen.
Durch eine Vielzahl an kleinen Maßnahmen, z.B. das Belassen von Totholz in den Wäldern, wird optimaler Lebensraum für die Tiere geschaffen. Der Anteil geschützter Flächen an der ÖBf-Gesamtfläche beträgt einschließlich der Natura-2000-Gebiete mehr als 50%. Mit mehr als 50.000 ha sind die Bundesforste Grundbesitzer in vier österreichischen Nationalparks. Darüber hinaus sind sie als Naturraummanager in den Nationalparks Donau-Auen und Oberösterreichische Kalkalpen tätig.

Verantwortungsvoller Umgang mit Österreichs Wasser
Als Betreuer von 82 Seen, mehr als 2.000 km fließenden Gewässern sowie Grundwasservorkommen tragen die Bundesforste hohe Verantwortung für Österreichs Wasserressourcen. Der umsichtige Umgang damit hat bei den Bundesforsten größte Priorität. Zur nachhaltigen Siche-rung der Trinkwasserreserven wurde das Projekt "Aquis" (AquaInformationsSystem) gestartet. Dabei werden die regionalen Wasserressourcen nach qualitativen und quantitativen Kriterien erhoben und in eine Datenbank eingespeist.
Für die Erhaltung der hohen Wasserqualität muss jedoch der Gesamtwasserkreislauf berücksichtigt werden. Die Bundesforste verfolgen im Wassermanagement einen integrativen Ansatz, den der dafür verantwortliche Vorstand Thomas Uher zusammenfasst: "Sorgsamer Umgang mit der Vegetation und dem Boden garantiert hochwertiges Trinkwasser. Doch auch die Abwasserentsorgung ist dabei ein zentrales Thema. Gemeinsam mit Partnern haben wir deshalb eine Tochterfirma gegründet, die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen baut und betreibt."

Nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen steht auch beim Management der Seen für die Bundesforste an oberster Stelle. Der Erfolg der Seenbetreuung und der Erhaltung naturbelassener Uferzonen zeigt sich an der besonders hohen Wasserqualität der Bundesforste-Seen, die jüngst durch eine Untersuchung der österreichischen Seen bestätigt wurde. Am Beispiel der Seen wird auch das Spannungsverhältnis zwischen ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen immer wieder offensichtlich. Deshalb sind Problemlösung und Konfliktvermeidung Teil des operativen Geschäfts und der strategischen Planung. Auch in ihrer Rolle als Immobilien-anbieter im touristischen Bereich streben die Bundesforste den Ausgleich zwischen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen an. Bei der Nutzung von ÖBf-Flächen für Tourismus- und Freizeitaktivitäten, z.B. durch Mountainbike- und Reitwege, Schilifte und -hütten, wird stets auf die Umweltverträglichkeit und Schonung der Tierwelt geachtet. "Bei unseren touristischen Angeboten haben wir uns das klare Ziel gesetzt, den Ökotourismus zu fördern. Genau wie bei allen anderen Aktivitäten sind auch hier unsere Anliegen Sozialverträglichkeit, Naturbezogenheit und integrierte Regionalentwicklung," so Erlacher abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Susanne Langmair-Kovács
Tel: 02231/600-216
susanne.langmair-kovacs@bundesforste.at
Der komplette Umweltbericht ist auf www.bundesforste.at unter News / Publikationen verfügbar.

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