Stadtschulrat lehnt Aufklärungsbuch für lesbische und schwule Jugendliche ab

Vassilakou: "Couragierte Privatinitiative - fragwürdiger Stadtschulrat!"

Wien (Grüne) - Erstaunt zeigt sich Grün-Stadträtin Maria Vassilakou über die Antwort des Stadtschulrats auf eine couragierte Privatinitiative der Buchhandlung Löwenherz. Die auf Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und TransGender-Themen spezialisierte Buchhandlung wollte den Ratgeber "Schwul - na und?" von Thomas Grossmann gemeinsam mit der "Wiener Antidiskriminierunsgstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen" an Schulbibliotheken verteilen. Der Stadtschulrat fand diese Idee zwar löblich, lehnte aber ab, weil:
"Das muss man breiter sehen".

Die Menschenrechtssprecherin der Wiener Grünen, Maria Vassilakou, fragt sich nun: "Was bedeutet das: 'breiter sehen'? Gibt es nun endlich eine breit angelegte Kampagne zur Aufklärung über Homosexualität an den Schulen? Wird das Thema endlich auch in den Schulbibliotheken und im Unterricht enttabuisiert? Was plant der Stadtschulrat für breite Aktivitäten um Homophobie an den Schulen und in den Schulhöfen zu bekämpfen?" Vassilakou weiter: "Wenn es allerdings keine Pläne für eine derartige Kampagne gibt, dann ist das Ablehnen einer solchen Privat-Initiative in Kooperation mit einer städtischen Antidiskriminierungsstelle skandalös. Und dann hätte ich gerne eine Erklärung, was unter 'breit sehen' gemeint ist."

Die Buchhandlung Löwenherz hat das Buch mittlerweile selbst an die Bibliotheken verschickt, und den Versand selbst bezahlt. Als Absender ist aber nun die Buchhandlung angeführt, und nicht eine ofizielle Stelle der Stadt Wien, die dem Buch ein wichtigere Bedeutung gegeben hätte.

Vassilakou betont, dass in Österreich die Aufklärungsarbeit über das Coming Out in der Jugend bisher sträflich vernachlässigt wurde. "In dieses Bild passt auch das Urteil des Menschenrechtsgerichtshofs in Straßburg", so Vassilakou weiter, "denn der hat nicht nur nach dem mittlerweile abgeschafften § 209 StGB Verurteilte Schadensersatz zugesprochen, sondern auch einem 17-Jährigen, da er durch den Paragrafen keine erfüllende intime Beziehungen eingehen konnte." Das Tabuisieren von jugendlicher Sexualität, insbesondere Homosexualität, darf nicht einfach munter weitergehen", so Vassilakou abschließend.

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