PRÖLL GIBT STARTSCHUSS ZUM ÖSTERREICHISCHEN WALDDIALOG

Mit dem Österreichischen Walddialog geht Österreich einen neuen Weg zur Stärkung der Nachhaltigkeit im Wald

Wien (OTS) Unter dem Motto "Der Wald geht uns alle an" sind sämtliche Beteiligten, die für den Wald eine Rolle spielen, zu einem offenen Dialog aufgerufen, insbesondere die Waldbesitzer, die Holzindustrie, die Jäger, der Tourismus sowie der Natur- und Umweltschutz. Das Ergebnis des Walddialogs wird in ein nationales Waldprogramm einfließen, das die Zukunft unserer Wälder entscheidend prägen wird. "Auf neue Herausforderungen reagieren wir mit neuen Instrumenten", so Minister Pröll bei der Auftaktveranstaltung zum Österreichischen Walddialog. ****

Wie wichtig der Wald für Österreich ist, zeigen ein paar Fakten: 47 Prozent der Landesfläche sind bewaldet, zwei Drittel davon gelten als naturnah; rein rechnerisch kommen auf jeden Österreicher 420 Bäume. Der Wald gilt als der Hüter unseres Wasserreichtums. Er schützt im alpinen Raum vor Lawinen und Vermurungen und er gehört zu den beliebtesten Erholungsräumen der Menschen. Auch als Wirtschaftsfaktor ist der Wald nicht zu vernachlässigen. Neben dem Tourismus ist die Forst- und Holzwirtschaft der wichtigste Devisenbringer Österreichs. Im Vorjahr belief sich der Exportwert von Forst- und Holzprodukten auf über 6 Milliarden Euro. Dass Österreich in internationalen Studien unter den Top Ten der umweltfreundlichsten Länder liegt, ist nicht zuletzt durch den hohen Waldanteil zu erklären.

"Diese positive Waldbilanz ist zurückzuführen auf eine verantwortungsvolle Forstpolitik. Gerade in jüngerer Zeit wurden mit dem neuen Forstgesetz, der Schutzwaldstrategie oder der Einrichtung von Naturwaldreservaten forstpolitische Meilensteine gesetzt", so der Minister weiter.

Auf den Wald kommen aber neue Herausforderungen zu. Der Klimawandel etwa, der die Funktionsfähigkeit unserer Wälder gefährdet oder der starke Wettbewerb auf den internationalen Holzmärkten. "Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, brauchen wir neue Instrumente. Der Walddialog, der alle Beteiligten an einen Tisch holt, ist so ein Instrument, das praktikable und zukunftsträchtige Lösungen bringen soll", sagt Minister Pröll weiter. "Mit ihm wollen wir auch die unterschiedlichsten Interessen am Wald zu einem fairen Ausgleich bringen, dazu zählen die Erhaltung der biologischen Vielfalt, der Schutz von Boden, Wasser und Klima, der Schutz vor Naturgefahren, aber auch Erholung, Sport, Jagd und Rohstoffgewinnung.

Der Walddialog soll bis Mitte 2005 konkrete Ergebnisse bringen, die in ein nationales Waldprogramm einfließen werden. Das Waldprogramm wird neben Leitlinien auch konkrete Maßnahmen enthalten, die das forstpolitische Geschehen in Österreich prägen werden.

Österreich gehört damit zu den ersten Ländern, die ein nationales Waldprogramm erstellen. Um den Schutz der Wälder auch global weiterzuentwickeln, bringt sich Österreich in eine Reihe von internationalen Prozessen ein. Eine der wichtigsten ist die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa, bei der Österreich zur Zeit den Vorsitz führt. Vom 28. bis 30. April wird in Wien die vierte Ministerkonferenz abgehalten, bei der Minister aus 44 europäischen Ländern konkrete Maßnahmen beraten, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung für ganz Europa sicherzustellen.

Um eine strukturierte Durchführung des Österreichischen Walddialoges zu ermöglichen, sind verschiedene Gremien eingerichtet. Das Herzstück ist der Runde Tisch, zu dem alle waldrelevanten, bundesweit agierenden Institutionen und Interessensgruppen eingeladen sind. Die fachliche Vorarbeit erfolgt themenbezogen in drei Modulen für "Schutzwald und Waldschutz", "Wald und Wirtschaft" sowie "Umwelt und Gesellschaft". Neben den Institutionen kann sich aber auch jeder einzelne in den Dialogprozess einbringen und zwar über die Internetplattform www.walddialog.at sowie durch schriftliche Stellungnahmen an die E-mail-Adresse walddialog@bmlfuw.gv.at. Zusätzlich werden öffentliche Waldforen durchgeführt, die allen Interessierten für Anregungen, Wünsche und Standpunkte offen stehen.

"Mit dem Walddialog und dem Waldprogramm setzen wir einen weiteren Schritt zur Umsetzung der Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie für eine lebenswerte Zukunft", so Minister Pröll abschließend.

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