Bezirksjournal (Ausgabe 5/2003) - Parken per SMS wird teuer

Klosterneuburg (OTS) - "Reale Vorteile" versprach
Vizebürgermeister Sepp Rieder bei der Präsentation des Pilotversuchs "M-Parking" in Zusammenarbeit mit Siemens und der Mobilkom. Das Bezahlen der Kurzpark-Gebühren via Handy wird aber zu massiven Verteuerungen führen.

Ende März lief der dreimonatige Pilotversuch aus. 1.000 Wiener Autofahrer testeten das Bezahlen der Kurzparkgebühren per SMS. "Wir müssen noch das Ergebnis der Evaluierung abwarten", sagt Ursula Novotny von der Mobilkom, "aber die Rückmeldungen sind durchwegs positiv".

30 Prozent mehr zahlen!

Nicht verwunderlich, bedenkt man, dass die Stadt den Testern ein virtuelles Parkkonto eingerichtet hat, sie also tatsächlich "nur" die 12 Cent pro SMS zu berappen hatten. Schon im Frühsommer könnte laut Novotny der Echtbetrieb für die 126.000 Wiener Kurzparkplätze aufgenommen werden. Dann heißt es für alle blechen: Rechnet man die 12 Cent für eine SMS zu den 40 Cent, die eine 30-Minuten-Parkerlaubnis kostet, dazu, kommt man auf eine Preissteigerung von satten 30 Prozent!

Mobilkom will kassieren

An eine Reduzierung der SMS-Gebühren, wie etwa von Wiens FPÖ-Chef Hilmar Kabas gefordert, denkt man bei der Mobilkom derzeit nicht. Novotny: "Ohne vorgreifen zu wollen, wird es wohl bei 12 Cent bleiben."

Tulln ist anders...

Dabei gibt es ein System, bei dem keine zusätzlichen Kosten für die Parkscheinbestellung per Handy anfallen. In Tulln läuft es erfolgreich im Echtbetrieb. Mit einem Gratis-Anruf einer 0800-Nummer wird die "persönliche Parkuhr" gestartet, die Bezahlung der Kurzparkgebühr erfolgt per Einzugsermächtigung vom Konto.
Sein System hält Thomas Tampier von der Betreiberfirma Mobile Parking GmbH auch für bedienerfreundlicher: "Ein Anruf ist etwas Alltägliches, SMS zu schicken, ist für die Generation 40+ aber doch etwas Ungewöhnliches." Außerdem sei es zuverlässiger, da SMS verspätet ankommen können. Dann droht ein Strafzettel.

System für Wien geeignet

Ein System, das nur in einer Kleinstadt funktioniert? "Nein", sagt Tampier, "für den Kunden ist das Parktelefon unabhängig von Sponsoren gratis, selbst wenn in Wien 100 Prozent des Parkumsatzes damit gemacht würden."

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