Österreicher entwerfen Masterplan für die Teilnahme Russlands am 6.Europäischen Forschungsrahmenprogramm

Wien (OTS) - Neben wichtigen Einzelstaaten wie die U.S.A., die Schweiz oder Kanada hat die Europäische Kommission Russland und die GUS als Schwerpunktzone zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit definiert und die von der EU geförderte internationale Organisation INTAS aufgefordert, entsprechende Finanzmittel zur stärkeren Beteiligung von Forscherinnen und Forschern aus der GUS an europäischen Forschungs- und Technologieentwicklungsprojekten bereitzustellen.

Insbesondere die russische Förderation gilt als interessanter Kooperationspartner für eine Reihe von vielversprechenden Technologien im Bereich der Nano-Wissenschaften, der Werkstofftechnologien, der Energetik und der Aeronautik. Aber auch Länder wie die Ukraine, Usbekistan, Kasachstan oder Weißrussland verfügen - teilweise noch auf Grundlage massiver Forschungsanstrengungen der ehemaligen Sowjetunion im Bereich der Rüstungsindustrie und der Grundlagenwissenschaften - über beträchtliches Know-How, das für europäische Technologieentwicklungsprojekte nutzbar gemacht werden soll.

Das österreichische ZSI - Zentrum für Soziale Innovation hat die Ausschreibung zur Entwicklung des Masterplans für den Aufbau eines Informationsnetzwerkes zum 6. Europäischen Forschungsrahmenprogramm (RP6) gewonnen. Mit im Team des Konsortialleaders ZSI sind das BIT aus Österreich sowie Senter/EGLiaison aus den Niederlanden und HSTF aus Ungarn. Der Masterplan sieht den Aufbau von Informationsnetzwerken in allen Mitgliedsländern der GUS vor. Mit der Entwicklung des Netzwerks soll sichergestellt werden, dass die wichtigsten Forschungseinrichtungen der GUS identifiziert und über Teilnahmemöglichkeiten in europäischen Forschungs- und Technologieentwicklungsprojekten beraten werden. Die EU sieht eine substantielle finanzielle Unterstützung für Teilnehmer aus Drittstaaten in gemeinsamen Projekten vor.

Problematisch für das Gelingen der erfolgreichen Einbindung exzellenter russischer Wissenschafter in europäische Forschungs- und Technologieentwicklungsprojekte sind laut Klaus Schuch vom ZSI die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der GUS und der EU:
"Das 6. Europäischen Forschungsrahmenprogramm ist stark an der Verbesserung des Wirtschaftsstandortes EU orientiert und hat eine klare industriell-technologische Forschungsausrichtung, während in Russland und den anderen GUS mehr Grundlagenwissenschaften gefördert wurden. Hierbei handelt es sich um zwei grundlegend unterschiedliche Forschungskulturen, die schon innerhalb der EU - im Gegensatz zur USA oder Japan - nur unterdurchschnittlich gut aufeinander abgestimmt sind und in Russland so gut wie überhaupt nicht funktionieren. Dazu kommt das Problem der interkulturellen Zusammenarbeit, der Mangel an Informationen über die vielfältigen Teilnahmemöglichkeiten am RP6 und die latente Angst des Ausverkaufs des wissenschaftlich-technologischen "Familiensilbers" der GUS. Unser Masterplan soll die Grundlage dafür schaffen, dass interessierte Forschungseinrichtungen im gesamten Bereich der GUS bestens über die Chancen und Rechte sowie Risiken und Pflichten der Teilnahme am RP6 informiert werden. Dazu gehört nicht nur die Information über laufend veröffentlichte Ausschreibungen (sog. `calls‘), sondern auch Beratung über Kostenmodelle, Finanzierungspläne und die geistigen und gewerblichen Eigentumsrechte."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Klaus Schuch
Projektleiter am ZSI - Zentrum für Soziale Innovation
A- 1160 Wien
Koppstr. 116/11
Tel.: (01)4950442-32
schuch@zsi.at

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