Villeroy & Boch im Geschäftsjahr 2002: Umsatz mit 977,5 Millionen Euro auf Vorjahresniveau - EBIT mit 27,0 Millionen Euro erreicht Vorjahreswert - Dividendenvorschlag auf Vorjahreshöhe - Moderater Umsatzanstieg und Ergebnissteigerung für 2003 geplant

Mettlach und Frankfurt (OTS) - Konzernumsatz im Vorjahresvergleich unverändert

Der Villeroy & Boch Konzern konnte sich trotz einer wirtschaftlich schwierigen Lage, die von großen Unsicherheiten und von starker Zurückhaltung bei Konsumenten und Investoren geprägt war, im Geschäftsjahr 2002 gut behaupten. Der Konzernumsatz lag mit 977,5 Mio. Euro (+ 0,2 %) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, obwohl sich die seit Jahren andauernde Rezession im Baugewerbe weiter fortsetzte und der für die zweite Jahreshälfte 2002 erwartete Aufschwung im Inland ausblieb.

Auslandsumsatz weiter gestiegen

Der Auslandsanteil am Konzernumsatz konnte im Geschäftsjahr 2002 erfolgreich weiter erhöht werden und betrug 70 %. In Frankreich, dem für Villeroy & Boch zweitwichtigsten Markt, stiegen die Umsätze um 7,5 %. Auch das übrige Europa entwickelte sich positiv. Ein deutliches Umsatzwachstum von 12,7 % wurde in Übersee erreicht, während in den USA infolge der Schließung unrentabler Niederlassungen im Fliesenbereich ein erwarteter Rückgang von 11,0 % zu verzeichnen war.

Umstellung der Konzernrechnungslegung auf IAS

Durch die Umstellung der Konzernrechnungslegung im Berichtsjahr 2002 auf die internationalen Rechnungslegungsstandards IAS mussten auch die Vergleichszahlen für das Jahr 2001 in der Gewinn- und Verlustrechnung angepasst werden. Dies führte für 2001 im Konzernabschluss zu einer Minderung des operativen Ergebnisses (EBIT) von 40,8 Mio. Euro (nach HGB) auf 27,0 Mio. Euro (nach IAS). Wesentliche Posten, die angepasst wurden, betrafen die Abschreibungen auf den Goodwill aus Firmenkäufen, den Wegfall der steuerlichen Abschreibungen und der Auflösungserträge aus Sonderposten sowie die Eliminierung der Ausschüttung des Anlagefonds.

Operatives Ergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau

Mit einem EBIT von 27,0 Mio. Euro konnte der Villeroy & Boch Konzern im Jahr 2002 exakt das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr erzielen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) verminderte sich jedoch aufgrund des gegenüber dem Vorjahr schlechteren Finanzergebnisses von 15,2 Mio. Euro auf 13,6 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss im Villeroy & Boch Konzern stieg trotz des rückläufigen Ergebnisses vor Steuern (EBT) aufgrund der niedrigeren Ertragssteuerquote von 9,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 10,3 Mio. Euro in 2002.

Entwicklung in den Unternehmensbereichen

Der Unternehmensbereich Fliesen konnte sich im Geschäftsjahr 2002 der anhaltenden Absatzschwäche und dem extremen Preiswettbewerb nicht entziehen. Gleichzeitig wurden mit der Ausrichtung auf die mittleren und gehobenen Fliesensegmente zur Erhöhung der Durchschnittserlöse Mengenrückgänge bewusst in Kauf genommen. Der Umsatz lag mit 268,6 Mio. Euro um 30,0 Mio. Euro bzw. 10,0 % unter dem des Vorjahres (298,6 Mio. Euro). Das Ergebnis fiel mit -10,5 Mio. Euro erneut unbefriedigend aus. Dabei wurde die Ergebnisentwicklung durch Aufwendungen für Kapazitätsanpassungen und Maßnahmen zur Strukturkostenanpassung in Höhe von 3,1 Mio. Euro erheblich belastet.

Der Umsatz des Unternehmensbereichs Bad und Küche sank im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % von 309,9 Mio. Euro auf 305,3 Mio. Euro. Während die Umsätze im Inlandsgeschäft weiterhin rückläufig sind, verlief die Entwicklung in Frankreich mit einem Plus von 9,7 % sehr erfreulich. Trotz des insgesamt geringfügigen Umsatzrückganges wurde das Ergebnisniveau des Vorjahres deutlich verfehlt: Das operative Ergebnis sank von 24,9 Mio. Euro in 2001 auf 15,6 Mio. Euro im Jahr 2002. Ursache hierfür ist insbesondere die konjunkturell bedingte Mixverschiebung hin zu preiswerteren und damit margenschwächeren Produkten.

Der Unternehmensbereich Tischkultur übertraf in 2002 mit einem Umsatz von 296,5 Mio. Euro das Vorjahresniveau leicht. In Deutschland konnte sich Villeroy & Boch in einem rückläufigen Markt mit einem Umsatzrückgang von 4,0 % wesentlich besser behaupten als der Wettbewerb und Marktanteile hinzugewinnen. Hohe Umsatzgewinne wurden in Italien, Frankreich, den Niederlanden, in Osteuropa und in Übersee erzielt. Gleichzeitig gelang es im Jahr 2002, das operative Ergebnis von 15,1 Mio. Euro im Vorjahr auf 21,7 Mio. Euro zu steigern. Dieser Erfolg resultiert aus der Intensivierung der Marktbearbeitung, der Fortsetzung der erfolgreichen Produktpolitik, der Reduzierung der Herstellkosten und dem strikten Kostenmanagement.
Die Umsatzentwicklung im Unternehmensbereich Wellness war sowohl durch die Ende 2001 getätigten Akquisitionen als auch durch Marktzugewinne geprägt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich um 47,9 % von 72,4 Mio. Euro auf 107,1 Mio. Euro. In Deutschland konnte trotz der negativen Konjunktur ein leichtes Umsatzwachstum erreicht werden, in Frankreich wurde der Umsatz sogar verdoppelt. Das EBIT des Unternehmensbereichs verbesserte sich von -1,1 Mio. Euro in 2001 auf 0,2 Mio. Euro in 2002. Durch die zugekauften Tochtergesellschaften wurde das Produktprogramm attraktiv ausgeweitet und abgerundet. Die Maßnahmen zur Integration der neuen Gesellschaften und zur Nutzung von Synergien wurden im Jahr 2002 mit hoher Priorität fortgesetzt.

Neuorganisation der Unternehmensbereiche

Während im Jahr 2001 gezielte Akquisitionen Kern der Unternehmensstrategie waren, stand im Geschäftsjahr 2002 die interne Organisation im Mittelpunkt. So werden seit Juli 2002 die beiden Unternehmensbereiche "Bad und Küche" und "Fliesen" gemeinsam geführt. Die Ergebnisverantwortung verbleibt in den drei Geschäftsfeldern "Fliesen", "Sanitärkeramik und Küche" und "Armaturen und Badmöbel". Von dieser Neuorganisation erwartet Villeroy & Boch eine schnellere Durchsetzung des Marketing- und Vertriebskonzepts "The House of Villeroy & Boch", in dem das gesamte wohnliche Ambiente des Unternehmens in vollständig gestalteten Räumen gezeigt wird. Der damit verbundene einheitliche Markenauftritt soll zudem eine Verbesserung der Wettbewerbssituation, die konsequente Nutzung von Synergien, den Abbau von Strukturkosten und eine nachhaltige Rentabilisierung des Geschäftsfeldes "Fliesen" nach sich ziehen.

Im Juli 2002 wurde darüber hinaus der Unternehmensbereich "Project Business" gegründet, der komplette Systemlösungen für Bäder im internationalen Objektbereich professionell realisiert. Villeroy & Boch will so das hohe Potenzial im Objektgeschäft noch besser nutzen. Die bisherige positive Resonanz des Marktes gibt dieser Strategie Recht.

Dividendenvorschlag auf Vorjahreshöhe

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 23. Mai 2003 für das Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividenden in Höhe von 0,55 Euro für die Vorzugs-Stückaktie und 0,50 Euro für die Stamm-Stückaktie vorschlagen. Damit besteht nun im vierten Jahr hintereinander eine Dividenden-Kontinuität, die den Aktionären einen Ertrag über dem derzeitigen Zinsniveau bietet.

Investitionsvolumen deutlich gestiegen

Das Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände wurde im Geschäftsjahr 2002 gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 66,1 Mio. Euro erhöht. Der starke Anstieg resultiert aus größeren Investitionsvorhaben in den Unternehmensbereichen Fliesen und Tischkultur in Deutschland. 51,0 % der Gesamtinvestitionen entfielen auf das Inland. Die Abschreibungen im Jahr 2002 betrugen 58,7 Mio. Euro gegenüber 58,9 Mio. Euro in 2001.

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und Nettoliquidität angestiegen

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist in 2002 gegenüber dem Vorjahr um 31,1 Mio. Euro auf 71,1 Mio. Euro deutlich angestiegen. Die Nettoliquidität stieg zum 31.12.2002 von -9,7 Mio. Euro auf 18,4 Mio. Euro.

Die Bilanzsumme lag zum Bilanzstichtag 31.12.2002 mit 879,0 Mio. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (880,9 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote ist mit rund 43 % gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Mitarbeiterzahl akquisitionsbedingt leicht angestiegen

Der durchschnittliche Personalstand im Villeroy & Boch Konzern erhöhte sich akquisitionsbedingt von 10.833 auf 10.934 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieser Anstieg resultiert daraus, dass erstmals das Personal der Akquisitionen Acomo (+ 110 Mitarbeiter) und Villeroy & Boch Wellness Italia (+ 99 Mitarbeiter), das im Jahr 2001 nur anteilig berücksichtigt worden war, vollständig einbezogen wurde. Dementsprechend erhöhte sich die Mitarbeiterzahl im Ausland, während der Mitarbeiterstand in Deutschland nahezu unverändert blieb. Akquisitionsbereinigt verminderte sich die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter um 108.

Ausblick auf das Jahr 2003

Für das Jahr 2003 erwartet Villeroy & Boch keine wesentlichen Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, im Baubereich muss allerdings mit weiteren Rückgängen gerechnet werden. Das Jahr 2003 wird daher für Villeroy & Boch ein Jahr der Konsolidierung sein. Mit gezielten Investitionen in die Auslandsmärkte wird man versuchen, über eine erneute Steigerung des Exportgeschäftes den weiterhin schwachen deutschen Markt auszugleichen.

Die Nutzung der Synergien der in den letzten Jahren akquirierten Gesellschaften und die Neuorganisation der Unternehmensbereiche werden zu Kosteneinsparungen führen. Die in 2002 eingeleiteten Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung werden im Jahr 2003 konsequent weitergeführt, wodurch vor allem im zweiten Halbjahr positive Auswirkungen auf das Ergebnis zu erwarten sind.

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehen wir von keinem Wachstum im Inland aus, wobei die Auswirkungen der vielen bestehenden Risiken politischer und wirtschaftlicher Art, aber auch hinsichtlich des Euro-Kurses, letztlich nicht eingeschätzt werden können.

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Elke Fischer, Villeroy & Boch, Ressort Öffentlichkeitsarbeit
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