Sozialpolitik braucht Solidarität

SVB-Obmann Donabauer: "Österreichs großartiges Gesundheitssystem kann nicht mit alten Mechanismen finanziert werden, Reformen sind notwendig".

Wien (OTS) - Die Vorberatung des Rechnungsabschlusses 2002 und der Voranschlag für 2003 waren zwei Hauptpunkte, die bei der heutigen Generalversammlung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) diskutiert und beschlossen wurden. Generaldirektor Mag. Franz Ledermüller brachte in seinem Bericht Zahlen und Fakten, wobei für das Jahr 2003 ein Gesamtbudget von 2,4 Milliarden Euro veranschlagt wurde.

Sind rückblickend in allen Leistungsbereichen der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Aufwandsteigerungen zu verzeichnen, so wirtschaftete die bäuerliche Sozialversicherung gerade im Verwaltungsbereich beispielgebend und erreichte hier durch die Reduktion der Kosten von 1,57 Prozent die Zielvorgaben des Hauptverbandes als einer der wenigen SV-Träger Österreichs. Beim "Sorgenkind Krankenversicherung" setzte sich auch 2002 der permanente Anstieg (6,6 Prozent) bei den Heilmittelkosten (Medikamente) fort. Dazu SVB-Obmann Karl Donabauer: "Hier muss ein neues Wertebewusstsein bei den Versicherten, aber auch bei den Ärzten geschaffen werden. Die Kriterien einer größeren Eigen- und Mitverantwortung aller Beteiligten müssen diskutiert werden." Zu den Regierungsplänen sagte Donabauer: "Durch die dramatischen Veränderungen der Lebensarbeitszeit in den vergangenen dreißig Jahren und die immer höher werdende Lebenserwartung, sind Reformen notwendig. Denn auch die nachkommenden Generationen müssen in eine abgesicherte Zukunft blicken können." In seiner bekannt emotionalen Art und Weise forderte Donabauer auch die Harmonisierung aller Sozialversicherungssysteme und verdeutlichte mit klaren Worten: "Sozialpolitik kann ohne Solidarität nicht funktionieren".

Als besondere Aufwertung der heutigen Generalversammlung galt die Anwesenheit des Präsidenten des Hauptverbandes, Dr. Martin Gleitsmann, der mit seinem Referat Perspektiven und internationale Vergleiche im Gesundheits- und Sozialsystems setzte.

Abschließend meinte SVB-Obmann Karl Donabauer: "Wir müssen in der Sozialpolitik in Zukunft mehr das Gemeinsame suchen, vor allem bei den Problemlösungen mehr in die Tiefe gehen und Sachlichkeit an den Tag legen. Reformen müssen planbar und wirkungsvoll, aber auch finanzierbar sein. Denn, eine halbe Sache ist ein ganzer Fehler..."

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