Waneck: Integrierte Gesundheitstelematik zur Unterstützung des Gesundheitswesen

Steigerung der Behandlungsqualität und Vereinfachung der Behandlungsprozeduren

Wien, (BMSG/STS) – "Die Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sind geeignet, die im Zusammenhang mit dem rasanten medizinischen Fortschritt entstehenden Informationsmengen für die Gesundheitsdienstleister nutzbar zu machen und der Bevölkerung neue Perspektiven der Qualität medizinischer Versorgung zu eröffnen", gab heute FP-Gesundheitsstaatsekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck bekannt. "Die Maßnahmen zur Forcierung des Datenaustausches im Gesundheitswesen waren bisher allerdings auf lokale oder regionale Initiativen eingeschränkt."*****

Waneck erklärte die Möglichkeit patientenbezogener Gesundheitsdaten, z.B. vorhandene Befunde, Krankengeschichten, Laborbefunde und Röntgenbilder können überregional und zwischen allen in den Behandlungsprozess eingebundenen Institutionen ausgetauscht werden. Dies bringe vor allem für den Patienten durch die Nutzbarkeit bereits vorhandener Daten eine wesentliche Verbesserung der Behandlungsqualität und eine Vereinfachung und Verkürzung der Behandlungsprozeduren, betonte der Staatssekretär. Außerdem soll durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen die individuelle psychische und physische Belastung für den Patienten verringert werden. Durch den Einsatz modernster Sicherheitstechnologien sollte die höchstmögliche Übertragungssicherheit und der optimalste Schutz individueller Gesundheitsdaten sichergestellt werden, so Waneck.

Aus diesen Rahmenbedingungen resultiere ein mehrfacher Handlungsbedarf, dem vom Gesundheitsministeriums mit Arbeiten für den Entwurf eines "Bundesgesetzes betreffende Übertragungssicherheit beim elektronischen Austausch von Gesundheitsdaten und Einrichtung eines Informationsmanagement (Gesundheitstelematikgesetz)" Rechnung getragen wurde, erklärte Waneck. Um Effizienzpotenziale angesichts des gegebenen Kostendrucks auszuschöpfen bzw. eine Fragmentierung zu vermeiden, so Waneck, soll damit eine volkswirtschaftlich vernünftige Regelungen auf Bundesebene geschaffen werden, konform zur eGovernment-Strategie. Die konkreten Regelungsschwerpunkte wären, so Waneck.
Die Festlegung eines bundesweit einheitlichen Sicherheitsstandards für den elektronischen Gesundheitsdatenaustausch:
Die inhaltliche Verschlüsselung der Gesundheitsdaten mit einer dem Stand der Technik entsprechenden kryptographischen Stärke, würde die Vertraulichkeit gewährleisten bzw. die Kenntnisnahme durch unbefugte Dritte verhindern. Digitale Signaturen ermöglichen eine Prüfung, ob die Daten tatsächlich vom angegebenen Absender stammen würden. Mit der Signaturprüfung könne man aber auch feststellen, ob die Daten auf dem Transportweg verändert bzw. verfälscht wurden. Ein begleitendes und in Anlehnung an das Signaturgesetz konzipiertes Technologie-Monitoring solle sicher stellen, betonte Waneck, dass die zu verwendenden Methoden und Verfahren dem aktuellen Stand der technischen Entwicklung entsprechen würden.
Die Datensicherheitsstandards wären "vertrauensfördernde" Maßnahmen für die vom elektronischen Datenaustausch betroffenen Bürgerinnen und Bürger, um Datenschutzbedenken, die mit dem Ausdruck "gläserner Mensch" charakterisiert würden, zu entschärfen. Darüber hinaus würde die Anwendung dieser Verfahren und Methoden den Gesundheitsdienstleistern dahingehend Vorteile bieten, als Kommunikationsvorgänge nachweisbar und effizienter (schneller) gemacht werden können. Die Einheitlichkeit der Standards entspreche den Interoperabilitätsanforderungen der Informationstechnologie und verbessere den Investitionsschutz der in diesem Sektor tätigen Unternehmen, betonte Waneck.
Hinsichtlich der verschiedentlich relevierten Frage der Kosten (bzw. Der Tragung dieser Kosten) für die Implementierung dieser Instrumentarien
würde ein politischer Konsens angestrebt werden, so der Staatssekretär.

Informationsmanagement:
Das Kernelement des Entwurfs in diesem Zusammenhang und in Bezug auf das eGovernment-System würde das einzurichtende "Register der Gesundheitsdiensteanbieter" sein. "Beabsichtigt wäre, in diesen Verzeichnisdienst Strukturinformationen über Gesundheitsdienstleister aufzunehmen, um ausgehend von den elektronischen Erreichbarkeiten und den verschiedenen Leistungsspektren (Rollen im Gesundheitswesen) die Technologienutzung zu verstärken", betonte Waneck. In technischer und operativer Hinsicht soll sich die Einrichtung und Führung des Registers an den entsprechenden Grundlagenarbeiten für Verzeichnisdienste im Rahmen der eGovernment-Strategie des IKT-Board orientieren.

"Der Nutzen des Registers läge zunächst in der Zurverfügungstellung von Kommunikations-Grundlagendaten an die Gesundheitsdienstanbieter für den elektronischen Austausch von Gesundheitsdaten untereinander", so Waneck. Durch die offene Konzeption des Registers würden auch die Dienstleister an den Schnittstellen zwischen Gesundheits- und Sozialwesen (z.B.: stationärer Bereich-Rehabilitation, medizinische Versorgung-Pflege) erfasst werden. Ein allfälliger Sekundärnutzen könne in einer weiteren Ausbaustufe des Registers durch die öffentliche Zugänglichmachung ergänzender Informationen über das Dienstleistungsangebot (z.B.: Öffnungszeiten) lukriert werden, betonte der Staatssekretär.

Ergänzt werden soll das Informationsmanagement um die Evaluierung der Auswirkungen des Technologieeinsatzes in ökonomisch-technischer Hinsicht (Technologiefolgen) und bezüglich Verbesserungen der Versorgungsqualität. "Nicht zuletzt sind im Hinblick auf das Berichtswesen im Rahmen von eEurope best practices gesundheitstelematischer Anwendungen zu dokumentieren und Qualitätskriterien für gesundheitsbezogenes Webangebot einzuführen", schloss Waneck. (Schluss) cc bxf

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