Hoher Anteil an patentgeschützten Medikamenten verspricht gute Wachstumsperspektive

Wien/Ingelheim (OTS) - Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat das Geschäftsjahr 2002 mit einer deutlichen Gewinn-Steigerung abgeschlossen. Die Umsätze und das Betriebsergebnis wuchsen zweistellig. Wie der Sprecher der Unternehmensleitung, Professor Dr. Rolf Krebs, auf der Bilanz-Pressekonferenz in Ingelheim mitteilte, sei man mit den Ergebnissen "sehr zufrieden". Boehringer Ingelheim sei wieder einmal stärker als der Markt gewachsen. Höhepunkt des vergangenen Jahres war die Markteinführung des Atemwegspräparates mit dem Wirkstoff Tiotropium (SPIRIVA(R)). Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet Krebs auf Grund einer Reihe von internen Belastungen und externen Einflüssen mit rückläufigen Ergebnissen, sieht aber für die kommenden Jahre ein "ungebrochenes dynamisches Wachstum" voraus.

Die Unternehmenserlöse stiegen 2002 um 13, 2 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro (Vorjahr 6,7 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis wuchs um 10,4 Prozent auf 1,1 Milliarde Euro (Vorjahr 980 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich auf 537 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung um 34 Prozent bedeutete. Professor Dr. Marbod Muff, in der Unternehmensleitung zuständig für Finanzen und Personal, wies darauf hin, dass die Unternehmenszahlen im Vorjahr durch die Konsolidierung des japanischen Selbstmedikationsunternehmens SSP sowie durch eine negative Währungskursentwicklung beeinflusst waren. Bereinigt um diese zwei Faktoren habe das Wachstum 10,1 Prozent betragen.

Auch im Personalwachstum - um 13,8 Prozent auf 31.843 Mitarbeiter-(Vorjahr 27.980) spiegele sich die Konsolidierung von SSP wider. Ohne SSP sei die Personalzahl um 6,7 Prozent gestiegen. "In einer Zeit, in der viele andere Unternehmen ihren Personalbestand reduzieren, bauen wir auf und erhöhen weiterhin die Zahl der Mitarbeiter deutlich", sagte Muff.

Boehringer Ingelheim erforscht, entwickelt und vermarktet Medikamente im Bereich Humanpharma (96 Prozent an den Erlösen) und Tiergesundheit (4 Prozent). Humanpharma stieg 2002 um knapp 14 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro, Tiergesundheit dagegen stagnierte infolge eines schwierigen amerikanischen Marktes bei etwa 320 Millionen Euro. Das Geschäft mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten, mit 75 Prozent an den Erlösen Hauptumsatzträger im Bereich Humanpharma, wuchs um 7,7 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro (Vorjahr ca. 5,3 Milliarden Euro). Der Selbstmedikationsbereich legte infolge des Einbezugs von SSP um 62,5 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu (Vorjahr 650 Millionen Euro).

Wichtigstes Produkt war auch im vergangenen Jahr das Medikament mit dem Wirkstoff Tamsulosin (ALNA(R)) - gegen gutartige Prostatavergrößerung), das um 23 Prozent auf etwa 760 Millionen Euro Erlöse stieg. Auch andere Präparate, z. B. ein Dosieraerosol zur Behandlung von COPD/chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen, ein Produkt gegen rheumatische Arthritis sowie ein Medikament gegen Bluthochdruck wuchsen zweistellig. Zu den wichtigsten Produkten für die Zukunft zählt nach Angaben des Unternehmens neben dem Präparat gegen Bluthochdruck (MICARDIS(R)) ein von Boehringer Ingelheim entwickeltes COPD-Medikament (SPIRIVA(R)), das sich seit der Markteinführung Mitte vergangenen Jahres ausgesprochen positiv entwickelt. Auch von einer Kooperation mit Eli Lilly and Company zur gemeinsamen Vermarktung des Lilly-Produktes Duloxetine (stressbedingte Harninkontinenz/Depression) verspricht sich Boehringer Ingelheim hohe Erlöse und ein großes Marktpotenzial. "Boehringer Ingelheim ist in der sehr komfortablen Lage, in den kommenden Jahren einen immer größeren Anteil seines Produktportfolios mit patentgeschützten Präparaten bestreiten zu können", sagte Rolf Krebs. Die wichtigsten Medikamente hätten darüber hinaus ihre Spitzenumsätze noch nicht erreicht. "Wir blicken sehr optimistisch in die Zukunft", sagte Krebs.

17,2 Prozent an den Gesamterlösen wurden im vergangenen Jahr für Forschung und Entwicklung sowie für die klinische Prüfung der Medikamente ausgegeben (1,3 Milliarden Euro/plus 28 Prozent gegenüber Vorjahr). Dr. Andreas Barner, für F&E und Medizin zuständiges Mitglied der Unternehmensleitung, wies auf die erfolgreiche Einlizenzierung von Duloxetine (Lilly) als spätes Entwicklungsprojekt und von Produkten in früheren Phasen der Entwicklung (Firmen Kissei Pharmaceuticals, Japan, und NeuroSearch, Dänemark) hin. Er nannte eine Reihe wichtiger klinischer Studien, darunter solche in den Therapiegebieten Herz-Kreislauf, AIDS und Hepatitis C, die "bisher sehr erfreuliche Ergebnisse" erbracht hätten und das Portfolio an Produkten der Phase IIb/III wieder anwachsen lassen. "Die eigene Forschung und Entwicklung bei Boehringer Ingelheim ist ein wichtiges Standbein, um auch zukünftig aus eigener Kraft zu wachsen und damit die Zukunft des Unternehmens zu sichern", sagte Barner. Die Präparate, die in den vergangenen zehn Jahren neu eingeführt wurden, hätten erstmals mehr als 50 Prozent der Gesamtumsätze ausgemacht.

Während in den USA die Umsätze weiter anzogen und um gut 11 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro wuchsen, gab das Deutschlandgeschäft um minus zwei Prozent auf gut 610 Millionen Euro nach. Mittlerweile stammen nur noch 8,1 Prozent der Erlöse aus Deutschland. Vor zehn Jahren waren es noch 26,7 Prozent. Krebs gab zu erkennen, dass die europäische und insbesondere die deutsche Gesundheitspolitik mittelfristig zu veränderten Investitionsentscheidungen des Unternehmens führen werde. Im vergangenen Jahr wurde die Rekordsumme von gut 630 Millionen Euro investiert (plus 16 Prozent über Vorjahr), vor allem in Projekte am Standort Deutschland wie etwa das neue Biotechnikum in Biberach oder den Pharma-Wirkstoffbetrieb in Ingelheim. Der Cashflow fiel infolge von Sondereffekten aus dem Jahre 2001 um 6 Prozent auf gut 1 Milliarde Euro. Sehe man allerdings von diesem Basiseffekt ab, so Finanzchef Muff, wäre der Cashflow im vergangenen Jahr um 6 Prozent gestiegen. Muff bezeichnete die Finanzausstattung und die Liquiditätssituation des Unternehmens als "ausgesprochen solide und belastbar".

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