Brosz fordert Strukturveränderungen statt Einsparungen

Gehrers offener Brief enthält Halbwahrheiten

OTS (Wien) - Bildungsministerin Gehrer verweist in ihrem offenen Brief an AHS-LehrerInnen darauf, dass in ganz Europa über eine Entlastung von SchülerInnen diskutiert werde. "Richtig ist, dass die Zahl der Normalunterrichtsstunden in Österreich tatsächlich überdurchschnittlich hoch ist. Österreichs SchülerInnen sitzen aber deshalb nicht länger in den Schulen, weil es in bildungspolitisch erfolgreicheren Ländern wie dem PISA-Spitzenreiter Finnland eine weit größere Anzahl an individuellen Förderstunden gibt, die nicht eingerechnet wird", erklärt der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz.

Nachhilfe durch Lehrkräfte in den Schulen erhalten im OECD-Durchschnitt 72 Prozent der SchülerInnen, beim Spitzenreiter Finnland 93 Prozent, - in Österreich aber nur 32 Prozent. Österreich liegt dabei an zweitletzter Stelle hinter Deutschland mit 14 Prozent. "Gehrers simple Stundenkürzung ist daher die falsche Antwort auf eine richtige Frage. Österreichs Schulsystem muss rasch reformiert werden. Individuelle Fördermaßnahmen und Wahlmöglichkeiten müssen ausgebaut werden, um die Anzahl schwächerer SchülerInnen zu verringern. In diesem Zusammenhang wäre eine Stundenkürzung sinnvoll, nicht aber als Sparmaßnahme. Gehrer kann ja nicht ernsthaft glauben, dass sich nur durch die Streichung von Stunden etwas verbessert", ergänzt Brosz.

"Vor diesem Hintergrund sind die Protestmaßnahmen der LehrerInnen verständlich. Ich würde mir aber wünschen, dass dabei nicht der Status quo einzementiert wird, sondern Bereitschaft für eine konstruktive Diskussion über strukturelle Reformen signalisiert wird," schließt Brosz.

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