Nürnberger: Pensionspläne nachhaltig belastend und sozial ungerecht!

Gewerkschaften starten Aufklärungsarbeit und Aktionen

Wien (GMT/ANG/ÖGB) Die Führungsgremien der Gewerkschaften Metall -Textil (GMT) sowie Agrar, Nahrung, Genuss (ANG) verurteilten heute im Rahmen einer gemeinsamen Sondertagung ihrer Zentralvorstände die Pensionspläne der Bundesregierung aufs Schärfste.++++

Die Berechnungen der Gewerkschaften würden durchwegs Verschlechterungen für die Menschen ergeben. Die Inhalte der Reform seien im Wesentlichen die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes, erhöhte Abschläge und Senkung des Steigerungsbeitrages, weiters die schrittweise Abschaffung der Frühpensionen. "Dieser Regierung geht es überhaupt nicht darum, das System gerechter und für die Zukunft sicher zu machen, die Hauptlast tragen die ASVG-Versicherten", sagt Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall - Textil. "Denn ich sehe nichts Gerechtes daran, vielen Menschen, die bis zu 45 Jahre lang gearbeitet haben, mehrere hundert Euro ihrer hart erarbeiteten Pensionen zu nehmen." Solche Beispiele, so Nürnberger weiter, seien keine Ausnahmen oder besonders tragische Einzelfälle, sondern durchwegs die Regel. "Es ist mir völlig unverständlich, wie eine Regierung so vorgehen kann. In vielen Fällen müssen die Beschäftigten länger arbeiten, zahlen somit auch länger Beiträge in die Pensionsversicherung und bekommen am Ende trotzdem weniger Pension. Das überbietet an sozialer Kälte, an Vertrauensmissbrauch und an Verantwortungslosigkeit alles, was wir bisher von dieser Bundesregierung gesehen haben."

Die Gewerkschaften Metall - Textil sowie Agrar, Nahrung, Genuss werden die volle Stärke ihrer Organisationen einsetzen, um gemeinsam mit ihren BetriebsrätInnen, mit dem ÖGB und den anderen Gewerkschaften die Menschen zu informieren und für verschiedenste Aktivitäten zu gewinnen. Ziel ist, diese "wahnwitzigen Pläne abzuwenden", so Nürnberger. "Niemand, schon gar nicht die Gewerkschaften, leugnen die Notwendigkeit von Reformen. Wir verlangen seit Jahrzehnten die Harmonisierung der Systeme und deren langfristige Absicherung. Aber Reformen sind nach dem Verständnis der Gewerkschaften Veränderungen zum Besseren, nicht das massenhafte Kürzen von Pensionen, tiefe Einschnitte in die Lebensplanung von hart arbeitenden Menschen und das Erschüttern jeglichen Vertrauens in den Staat bei jungen Menschen."

ÖGB, 8. April 2003
Nr. 241

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