Prets: Erasmus WORLD ist eine positive Antwort auf die Globalisierung

Wissensaustausch fördern, Standort Europa attraktivieren - aber keine soziale Vorselektion

Wien (SK) "Erasmus WORLD wird die Position von Europas Hochschulen im globalen Wettbewerb entscheidend verbessern. Denn durch die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln in Höhe von 300 Mio. EURO hat Europa jetzt die Chance, sich am Hochschulsektor besser gegen die USA zu behaupten und so der Wissens-Abwanderung in die Vereinigten Staaten zu begegnen." Christa Prets, SPÖ-Europaabgeordnete und Mitglied des EP-Bildungsausschusses, beurteilt den derzeit im Europäischen Parlament diskutierten Programm-Entwurf grundsätzlich positiv. Ziel von Erasmus WORLD ist es, die Qualität der Hochschulbildung und das interkulturelle Verständnis durch die Zusammenarbeit mit Drittländern zu steigern. Konkret ist geplant, innerhalb des Programm-Zeitraums von 5 Jahren über 4.100 graduierte Studenten aus Drittländern und rund 1.000 Gastwissenschafter zu unterstützen. Allerdings, so Prets, dürfe diese Initiative nicht dazu führen, dass neue Ungleichgewichte aufgebaut werden. ****

Ausgewogenheit sichert Erfolg

Der Erfolg des Programms hänge entscheidend davon ab, dass es eine ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern, von Ländern und von Fachdisziplinen gibt. Prets: "Es darf nicht dazu kommen, dass mit Erasmus WORLD Wissen und Intelligenz aus anderen Ländern abgesaugt wird. Wir wollen keinen einseitigen Austausch, sondern ein Programm, von dem Europa profitiert, aber auch die außereuropäischen Partnerländer." Studierende müssten vorrangig aufgrund ihrer Laufbahn und Qualifikation, und nicht aufgrund spezieller Sprachstudien ausgewählt werden. Deshalb fordert Prets, dass die im derzeitigen Entwurf vorgesehene Regelung, wonach aus Drittländern stammende Bewerber für Erasmus WORLD zwei EU-Sprachen erlernen müssen, nochmals überdacht wird. "Gerade ein Programm, das unter anderem für mehr interkulturelles Verständnis sorgen soll, darf die Kenntnis von mehreren EU-Sprachen nicht automatisch voraussetzen. Stattdessen fordert Prets, dass in jenen Einrichtungen, in denen Erasmus WORLD-Studiengänge stattfinden, das Angebot an Sprachkursen verpflichtend gemacht und ausgebaut wird.

Vereinheitlichung von Abschlüssen

Ein weiteres Ziel von Erasmus WORLD ist es, durch die Schaffung von "EU-Masterstudiengängen" künftig ein Vorzeigeprodukt der europäischen Hochschulbildung zu schaffen. Dabei handelt es sich um Post-Graduate-Studien, die gemeinsam von mindestens drei Hochschulen aus drei Mitgliedsstaaten veranstaltet werden. "Dieser Schritt zu mehr Einheit in der Vielfalt ist natürlich zu begrüßen", erläutert Prets. Eine wichtige Maßnahme im Vorfeld sei jedoch die Verbesserung der Zusammenarbeit des ECTS (Europäisches System zur Anrechnung von Studienleistungen) mit NARIC (Netzwerk der nationalen Informationszentren für Fragen der akademischen Anerkennung). "Dadurch könnte Erasmus-Studierenden schon jetzt ein Auslandsstudium erheblich erleichtert werden."

Das Programm Erasmus WORLD im Detail:

Programm-Zeitraum: 1. 1. 2004 - 31. 12. 2008

Budget (laut 1. Lesung im EP): EUR 300 Mio. für 5 Jahre (EUR 60 Mio. pro Jahr)

Allgemeines Ziel: Steigerung der Attraktivität Europas als Wissensstandort

Zielpublikum: Hochschuleinrichtungen, Studierende aus aller Welt, die einen ersten Hochschulabschluss erworben haben, Wissenschafter und Akademiker aus einem Drittland, die eine Lehr- oder Forschungstätigkeit ausüben, an der Hochschulausbildung beteiligtes Personal, Studierende der EU, die einen Aufenthalt in Drittstaaten planen. (Schluss) wf/mp

Rückfragehinweis: Roland Graffius, Pressesprecher der SPÖ-Delegation im EP, mobil: ++32 - 475 - 60 66 34

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0008