Prets: eLearning-Initiative der EU muss vor allem auf Schulen setzen

Vorgesehene Mittel sind zu gering - Aufstockung um 18 Mio. Euro gefordert

Wien (SK) Die EU hat sich in Sachen eLearning ambitionierte Ziele gesetzt: Europäisches Parlament und Rat arbeiten derzeit an einem Mehrjahresprogramm (2004-2006) "für die wirksame Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa". "Angesichts dieser Vorgaben und der begrenzten Mittel für das Programm ist es jetzt wichtig, die richtigen Schwerpunkte zu setzen und Verzettelungen zu vermeiden", unterstreicht Christa Prets, SPÖ-Europaabgeordnete und Mitglied des EP-Bildungsausschusses, am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Mit dem eLearning-Programm will die Union im Bereich neue Medien einen entscheidenden Schritt zur Erreichung der Lissabon-Ziele gehen. Beim Gipfel in der portugiesischen Hauptstadt hatte sich die EU vorgenommen, die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen.

"Alleine diese Zielformulierung zeigt, dass die derzeit für das eLearning-Programm vorgesehenen 36 Mio. Euro viel zu gering angesetzt sind", erläutert Prets. "Hier müssen wir auf mindestens 54 Mio. Euro aufstocken." Weiters fordert die Europaparlamentarierin eine realistische Umsetzung: "Das Geld für dieses Programm sollte vor allem für konkrete Ziele im schulischen Bereich ausgegeben werden. Und insbesondere müssen wir darauf achten, dass nicht nur weiterführende Schulen und Universitäten, sondern speziell Grundschulen eingebunden werden. Die Mittel für Schul-Partnerschaften sollten rund 40 Prozent des Gesamt-Etats ausmachen." Nur wenn sich Europa auf zentrale Aufgaben konzentriere, sei sicher gestellt, dass die Investitionen auch einen realen Effekt haben und so effektiv zu den Lissabon-Zielen beitragen. Denn an der technischen Ausstattung für Schulen mangle es in der Regel nicht: Vielmehr fehle es an Personal und Ausbildern, die konkretes eLearning-Know-How vermitteln und in die Praxis umsetzen.

Bei den Ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnologien habe insbesondere Österreich Nachholbedarf. Prets: "Wir geben im Moment weniger als 4 Prozent des BIP für IKT aus. Das bedeutet Rang zehn im EU-Ranking, wobei die Ausgaben von 2000 auf 2001 sogar rückläufig waren. Ein Vergleich mit jenen sieben Prozent, die Schweden aufwändet zeigt, wo Österreich eigentlich stehen sollte." (Schluss) ml/mm

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