MOLTERER: GUTE WISSENSGRUNDLAGE HÄNGT NICHT VON STUNDENZAHL, SONDERN VON AUSWAHL DER RICHTIGEN INHALTE UND VERMITTLUNG AB

ÖVP-Klub unterstützt die Linie von Bildungsministerin Gehrer

Wien, 8. April 2003 (ÖVP-PK) Die aktuelle OECD-Studie "Education at a Glance" zeigt, dass Österreich bei der Unterrichtsbelastung nach Mexiko an zweiter Stelle liegt. Im europäischen Vergleich müssen unsere Kinder und Jugendlichen sogar am längsten in der Schule sitzen. Der internationale Vergleich bestätigt, was Bildungswissenschafter bereits in mehreren Studien gezeigt haben:
dass unsere Kinder und Jugendlichen zu viel für die Schule arbeiten müssen. Auch Schulärzte und Psychologen raten zur Entlastung der Schülerinnen und Schüler. "Wir wollen nicht, dass unsere Schülerinnen und Schüler 40 bis 65 Stunden in der Woche für die Schule arbeiten müssen", sagte heute, Dienstag, ÖVP-Klubobmann Mag. Wilhelm Molterer. "Die Qualität hängt nicht von der Stundenanzahl, sondern von der Auswahl der richtigen Inhalte sowie deren Vermittlung ab". ****

Molterer verwies auf internationale Vergleiche, die belegen, dass im Unterricht Quantität nicht Qualität bedeutet. Ein wichtiger Schritt zur Qualitätssteigerung und inhaltlichen Entlastung der Schülerinnen und Schüler sei bereits mit dem Lehrplan 1999 durch die Aufteilung des Unterrichtsstoffs in Kernbereiche und Erweiterungsbereiche erfolgt. Mit den moderaten Stundenreduktionen erfolge nun der nächste Schritt.

   Bei dem zur Begutachtung verschickten Expertenentwurf zur Entlastungsverordnung sei darauf geachtet worden, dass für alle Fächer genügend Unterrichtsstunden zur Verfügung stehen. So stehen in der Subsidiärstundentafel in der Unterstufe der Gymnasien für den Deutschunterricht in jeder Klasse vier Stunden zur Verfügung, in Latein drei bzw. vier Wochenstunden in der dritten und vierten Klasse und in Geografie sieben Stunden. Nicht gekürzt wurde beispielsweise in Bildnerischer Erziehung, in Musik, Mathematik und der lebenden Fremdsprache. Alle Schulen, die mit dem Expertenentwurf nicht einverstanden sind, können die schulautonome Stundentafel wählen und selbst festsetzen, bei welchen Fächern sie Schwerpunkte setzen und mehr Unterrichtsstunden anbieten wollen.

"Selbstverständlich wird gewährleistet, dass trotz der geplanten Stundenreduktion die allgemeine Wissensgrundlage der Schülerinnen und Schüler und der gute Unterrichtserfolg erhalten bleiben", so Molterer. "Internationale Vergleiche, z.B. die PISA 2000 Studie, die Befragung von Spitzenmanagern aus 80 Ländern im Rahmen des World Economic Forums (Herbst 2002) oder internationale Lehrlingsolympiaden spiegeln das hohe österreichische Bildungs- und Ausbildungsniveau wider. Dieses kann und muss langfristig abgesichert werden, indem auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen reagiert wird." Durch moderne, zukunftsorientierte Maßnahmen wie die IT-Offensive, Verhaltensvereinbarungen oder das Programm "Qualität in Schulen" seien von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer wichtige Voraussetzungen für eine Entlastung der Schülerinnen und Schüler geschaffen worden, schloss der ÖVP-Klubobmann. (Schluss)

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