Wolf Wondratschek liest im RadioKulturhaus "Carmen"

Wien (OTS) - Der unglückliche Soldat Jose hatte das Pech, Carmens Weg zu kreuzen, und sie büßte das Pech seiner Bekanntschaft mit dem Leben. Am Montag, den 14. April liest Wolf Wondratschek im Großen Sendesaal seine inzwischen berühmte - und wie er es nennt:
symphonische - Erzählung in Versen, die auch von jenen Carmens erzählt, die ihm in seinem eigenen Leben begegnet sind. Beginn der Lesung, die auf CD mitgeschnitten wird, ist um 19.30 Uhr.****

Carmen, das ist Drohung und Provokation, Verwirrung und Sinnlichkeit, Gleichgültigkeit und Begehren für Wolf Wondratschek, vor allem aber Verlust. Er bildet Carmen ab und um und scheitert. "Carmen begleitete mich ein Stück und verließ mich."

Wondratschek schreibt ein großes episches Gedicht mit vielen autobiografischen Zügen, ohne intime Details zu verraten, er zeichnet seine Carmen mit zarten Stichen und wilden Linien, als Verlassene und Verletzte, als Liebende und Kämpfende. " Da tauchte Carmen auf - und ich vergaß zum ersten Mal beim Lesen, dass ich in einem Buch las. Da war sie, lachte, kratzte, biss. Aufrührerisch, unvernünftig lebendig. Und er reagiert: er möchte seine Nebenbuhler besiegen, er möchte Carmen halten, ihr Geheimnis ergründen: Ich habe bei Frauen immer die Mitte gesucht zwischen dem Körper und dem Schatten, den er wirft."

Provokant, schwülstig, pathetisch sentimental schreibt Wondratschek 1986 sein Carmen-Gedicht, er will das pralle Leben, er will alles. Nicht die anderen sollen ihn verletzen - er selbst will sich Narben zufügen: "Verlierer sind wir alle. Wer liebt, verliert die Macht."
Carmen als lockendes Luder, als unerreichbares Heiligen-Klischee des männlichen Begehrens formuliert Wolf Wondratschek da und wird dafür als "Kneipenlyriker", als "Rotlichtpoet und Frauenhasser", als "Macho", "Dandy" und "Oberschnösel" geprügelt und gehöhnt.
Doch nur ein Teil der Kritiker reagiert ablehnend-ratlos, viele aber erkennen (z.B. "DIE ZEIT"): "'Carmen oder bin ich das Arschloch der achtziger Jahre' - ein deutsches Sittenbild, ein einziges, langes, oft hinreißend schönes und bewegendes Liebesgedicht".

"Carmen" - Die Lesung mit Wolf Wondratschek ist eine Kooperation mit dem Carl Hanser Verlag und findet am Montag, den 14. April um 19.30 Uhr im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses statt. Eintritt:
13 Euro. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Ihre Zusage unter der Telefonnummer 01/501 01/18175. Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage
http://kultur.orf.at/radiokulturhaus oder über das Kartenbüro (Tel.
01/501 70-377).(hb)

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