Offener Brief an AHS-Gewerkschaft

Gehrer: Lehrer lassen durch Protestmaßnahmen bis zu 38.375 Unterrichtsstunden ausfallen

Anlässlich der für morgen geplanten Protestmaßnahmen der AHS-Lehrer richtete Bildungsministerin Gehrer heute einen "Offenen Brief" an die Vertreter der AHS-Gewerkschaft. Gehrer drückt darin ihr Unverständnis für die geplanten Aktionen aus, denn damit entfallen für die Schülerinnen und Schüler bis zu 38.375 Unterrichtsstunden. Es ist unverständlich, wenn diejenigen, die gegen die Entlastung protestieren, selbst Stunden entfallen lassen. Notwendig für eine gute Schulentwicklung ist eine aktive Mitarbeit an den Herausforderungen. Es geht in erster Linie um das Wohl der Kinder und die Qualität des Unterrichts. ****

Der offene Brief im Wortlaut:

Ergeht an die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst
Bundessektion Höhere Schulen

O f f e n e r B r i e f

In ganz Europa wird erkannt, dass übervolle Lehrpläne und zu viele Schulstunden die Kinder enorm belasten, auch die Budgetmittel vermehren sich europaweit nicht rasant.

In Österreich wurde der Lehrplan für die 10- bis 14-Jährigen bereits wesentlich gekürzt (Lehrplan 99), das ist die inhaltliche Entlastung. Nun geht es um eine zeitliche Entlastung, um eine moderate Kürzung der Unterrichtsstunden zwischen 1,5 und 2 Stunden pro Woche. Damit wird erreicht, dass Kinder und Jugendliche nicht bedeutend mehr arbeiten müssen als Erwachsene wie z.B. ihre Lehrer und Lehrerinnen.

Durch diese bildungspolitisch sinnvolle Entlastung werden die Kosten für das Lehrpersonal etwas weniger ansteigen. Mir ist es unverständlich, warum Entlastungsmaßnahmen für die Jugend, die gleichzeitig einen sparsamen Umgang mit Steuergeldern darstellen, von AHS-Gewerkschaftsseite so wütend bekämpft werden. Mit den etwas gekürzten Jahresstunden liegen wir immer noch an der Spitze Europas!

Für mich sind Professorinnen und Professoren für die Schülerinnen und Schüler da und deren Wohlergehen ist das wichtigste Ziel. Die obersten Gewerkschafter der Gymnasien sehen das scheinbar anders. Schade, damit ist wieder eine Chance vertan worden, die Gewerkschaft als positive, die modernen Herausforderungen annehmende Kraft zu positionieren.

Ich danke allen Lehrkräften, die sich an diesen Kampagnen nicht beteiligen, die besten Unterricht gestalten und ihren Schülerinnen und Schülern Zukunftsmut geben.

Elisabeth Gehrer e.h.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

(Schluss)

nnn

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