OÖGKK-Studie zur Vorsorgeuntersuchung: Reform notwendig

Linz (OTS) - Beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger wird derzeit über Änderungen bei der Vorsorgeuntersuchung verhandelt. Wie nötig das ist, zeigt eine Untersuchung der OÖ Gebietskrankenkasse. Fazit: Die Vorsorgeuntersuchung wird praktisch nur von Menschen genützt, die ohnehin in ärztlicher Behandlung sind. Eine Reform sollte jedenfalls den effizienten Einsatz der Mittel und die Ausrichtung auf Risikogruppen zum Thema haben. Keinesfalls soll bei der Vorsorge gespart werden.

In einer Studie hat sich die OÖ Gebietskrankenkasse alle 24.006 Vorsorgeuntersuchungen angesehen, die im zweiten Quartal 2002 bei Vertragsärzten für Allgemeinmedizin durchgeführt wurden. Dabei stellte sich heraus, dass in 23.450 Fällen dem Vorsorgeprogramm irgend eine andere Behandlung vorausgegangen ist. Nur 556 Vorsorgeuntersuchungen, das sind gerade 2,32 Prozent, erfolgten nicht nach einem anderen Arztkontakt. Das heißt: In der Praxis wird die Vorsorgeuntersuchung nur bei Patienten vorgenommen, die ohnehin in irgendeiner Form in Behandlung sind.

Bei einer Reform der Vorsorgeuntersuchung wäre aus Sicht der OÖGKK auch zu hinterfragen, bei welchen Zielgruppen so eine Untersuchung in welchem Umfang Sinn macht. So ist bekannt, dass Frauen zwischen 20 und 30 Jahren zu weit über 90 Prozent aus den verschiedensten Gründen in gynäkologischer Betreuung sind. Die Handhabung der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung ist daher differenziert nach Alter zu diskutieren. Das gleiche gilt für junge Männer, die ohnehin an der umfangreichen medizinischen Untersuchung vor der Stellungskommission teilnehmen.

Bei der OÖGKK beträgt der Anteil der Pensionisten an der Vorsorgeuntersuchung 35 Prozent. Gerade diese Bevölkerungsgruppe ist in vielen Fällen ohnehin in häufigem Kontakt mit dem Hausarzt. Die OÖ Gebietskrankenkasse spricht sich für eine Reform der Vorsorgeuntersuchung aus, die gezielte Vorsorgeprogramme für Risikogruppen jedes Alters umfasst. Eine Fortschreibung der derzeitigen Form der Vorsorgeuntersuchung mit lediglich modifizierten Untersuchungen oder eine bloße Ausweitung des derzeitigen Programms ist gesundheitspolitisch fragwürdig. Der OÖ Gebietskrankenkasse geht es keinesfalls darum, bei der Vorsorge zu sparen. Im Gegenteil: Sie fordert eine umfassende Reform der Vorsorgeuntersuchung, die gezielte Vorsorge-Programme je nach Risikogruppe umfasst. Damit würde ein effizienter und sinnvoller Einsatz der Mittel gewährleistet.

Die OÖ Gebietskrankenkasse betreut rund 1,1 Millionen Menschen. Exakt 108.048 davon haben im Jahr 2001 an einer Vorsorgeuntersuchung teilgenommen. Das entspricht einem Anteil von rund 9,8 Prozent. Das ist ein vergleichsweise geringer Anteil, wenn man in Rechnung stellt, dass bei der Vorsorgeuntersuchung keinerlei Selbstbehalte anfallen. Damit ist der geringe Anteil an Vorsorgeuntersuchungen auch ein schlagender Beweis gegen das oft geäußerte Argument der "Begehrlichkeit der Patienten".

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