AK: Agrarreform dringend notwendig

WIFO-Studie kündigt positive Auswirkungen der geplanten Agrarreform an - Konsumenten haben Recht auf Verbesserungen in der Agrarpolitik

Wien (AK) - Mit der geplanten Agrarreform könnte die Überproduktion in der Landwirtschaft verringert werden, negative Auswirkungen auf die Bauerneinkommen sind hingegen kaum zu befürchten. Das kündigt eine neue WIFO-Studie an. Bei guter Marktentwicklung sind sogar Preis- und damit Einkommenssteigerungen für die Bauern zu erwarten. Mit dem Programm zur ländlichen Entwicklung könnten Nachteile ausgeglichen werden. AK-Agrarexpertin Maria Burgstaller fordert deshalb eine rasche Umsetzung der Agrarreform: "Die entkoppelten Förderungen müssen stärker an die Arbeitskraft gebunden werden, außerdem müssen Umweltgesetze und Produktionsauflagen sichergestellt werden", so Burgstaller.

Das gegenwärtige Agrarsystem subventioniert jene am meisten, die die höchste Überproduktion verursachen. Trotz hoher Agrarzahlungen gibt es weiterhin Umweltbelastungen und Grundwasserverschmutzung. Lebensmittelsicherheit und -qualität wird vom Agrarfördersystem vernachlässigt. Die Einkommensunterschiede zwischen den Bauern sind nach wie vor sehr gross: ein Marchfeldbauer, der nicht zu den Grossen zählt, verdient im Durchschnitt 25.500 €, während sein Kollege im Hochalpengebiet auf 17.500 € kommt. "Statt ständig aufzuzeigen, welche Einkommensrückgänge drohen könnten, sollten die österreichischen Agrarvertreter besser konstruktiv an die Sache gehen", so Burgstaller. "Besonders zugunsten der benachteiligten Gebiete muss viel getan werden. Jetzt bekommt ein Landwirt Geld, wenn er bestimmte Produkte erzeugt. Dieses Getreide oder Rindfleisch landet zum Teil im Lager und wartet dort auf bessere Zeiten", kritisiert Burgstaller. Die wichtigsten Fragen in der Agrardiskussion sind daher: Wie soll produziert werden und wie können Lebensmittelsicherheit und Umweltanliegen erreicht werden?

Noch werden aber die Besitzstände verteidigt. In den Verhandlungen versuchen die Agrarminister die Fischler-Vorschläge abzuschwächen. Zu befürchten ist deshalb, dass das Ergebnis zu noch mehr Bürokratie führt und die Vereinfachungen zunichte macht.

Die AK fordert:

+ Entkoppelte Förderungen müssen stärker an die Arbeitskraft gebunden werden
+ Benachteiligte Gebiete müssen stärker gefördert werden
+ Umschichtung der Mittel für beschäftigungswirksame Programme im ländlichen Raum + Die Einhaltung der Umweltgesetze und Produktionsauflagen muss sichergestellt werden
+ Massnahmen für mehr Lebensmittelsicherheit und -qualität
+ Verpflichtende Kofinanzierung für Agrarausgaben

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