Neuer Wiener Drogenkoordinator

Michael Dressel wird Nachfolger von Peter Hacker

Wien (OTS) - MA Michael Dressel übernimmt mit 14. April 2003 den Fachbereich "Sucht & Drogen" im Fonds Soziales Wien (FSW). Damit wurde der diplomierte Sozialarbeiter und ausgebildete Psychotherapeut aus insgesamt 21 BewerberInnen für die ausgeschriebene Funktion ausgewählt. Michael Dressel wird außerdem zum neuen Wiener Drogenkoordinator ernannt.

Für Stadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann ist es wichtig, dass der erfolgreiche, eingeschlagene Weg der Drogenpolitik Wiens weitergeführt wird: "Die Stadt Wien besitzt in der Umsetzung der Suchtkrankenhilfe und Suchtprävention österreichweite Vorbildwirkung. Wir haben eine optimale Organisationsstruktur für die Drogenproblematik geschaffen, und können rasch und flexibel auf Trendwenden in den Konsummustern reagieren. Der neue Drogenkoordinator Michael Dressel besitzt die Kompetenz, die Qualität der Wiener Drogenpolitik zu erhalten, neue Konzepte zu entwickeln und - was mir persönlich wichtig ist - das Prinzip unserer Drogenpolitik "Helfen statt Strafen" zu erhalten."

Beruflicher Werdegang

Michael Dressel ist Jahrgang 1956. Seine berufliche Laufbahn im Drogenbereich hat er als Sozialarbeiter im Psychosozialen Dienst der Stadt Wien (PSD) in der Betreuung von Suchtkranken begonnen. Dressel arbeitete danach in der AIDS-Hilfe mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken. 1990 erhielt er vom damaligen Bürgermeister Helmut Zilk den Auftrag, die niederschwellige Betreuung im Suchtbereich aufzubauen. Daraus resultierte unter anderem der "Ganslwirt" mit den Einrichtungen Nachtstation, Ambulatorium, Arbeitsprojekt und Wohnprogramm. Dressel sorgte in dieser Zeit auch für die entscheidende Ausweitung der Straßensozialarbeit. Durch seine Initiative entstanden der sogenannte "Spritzentauschbus" und die Anlaufstelle der Streetworker am Karlsplatz.

Das zentrale Anliegen Dressels und der Drogenarbeit Anfang der 90er-Jahre, die AIDS-Prävention durch ein flächendeckendes Spritzentausch- und Aufklärungsprogramm voranzutreiben, wurde erfolgreich umgesetzt: Wien hat heute eine der niedrigsten Raten von HIV-Neuinfektionen unter den europäischen Millionenstädten.

Aufgrund seiner umfangreichen Kenntnisse wurde Michael Dressel eingeladen, an der Entwicklung des Wiener Drogenkonzeptes 1999 mitzuarbeiten und die zahlreichen Sitzungen Wiener Dogenkommission zu organisieren.

Das Wiener Drogenkonzept stellt auch heute noch die Grundlage für den sogenannten "Wiener Weg" in der Drogenpolitik dar. Durch die Gründung des FSW konnten zur Umsetzung des Drogenkonzeptes moderne Managementmethoden eingeführt werden. Dadurch übernimmt der neue Wiener Drogenkoordinator einen effizient und transparent funktionierenden Arbeitsbereich im New Publik Management und ein engagiertes Team anerkannter ExpertInnen.

2000 erwirbt Michael Dressel den Titel "Master of Arts" der University of North London. Dazu nimmt er am akademischen Programm der europäischen Union und des Europarates "Comparative Social European Studies" in Maastricht (NL) teil. Dressel wird dort zum Experten für Veränderungsmanagement im Non-Profitbereich ausgebildet. Die gewonnenen Qualifikationen - vor allem im wissenschaftlichen Bereich - nützt Michael Dressel zum Aufbau einer Beratungsfirma für Sozial- und Gesundheitsprojekte. Haupttätigkeitsfelder sind die Gesundheitsförderung, Evaluation und die Arbeit am Psychiatrie-Weiterentwicklungsplan für das Land Oberösterreich.

Neuer Drogenkoordinator will erfolgreichen "Wiener Weg" fortsetzen

Im Laufe seiner Arbeit in der Wiener Drogenhilfe sammelte Michael Dressel viele Erfahrungen auf kommunalpolitischer Ebene:
"Daher verstehe ich auch die Probleme und Ängste der Bevölkerung. Es geht nicht nur um Hilfe für Menschen mit Suchtproblemen, sondern auch um die soziale Verträglichkeit der Drogenszene. Diesbezüglich ist mein Anliegen die Vernetzung der Einrichtungen und Abstimmung der Arbeit der Hilfseinrichtungen mit den Sicherheitsbehörden und den Bezirken."

Wichtig sei es laut Dressel den "Wiener Weg", basierend auf dem Wiener Drogenkonzept 1999 gemeinsam mit dem Drogenbeauftragten der Stadt Wien, Dr. Alexander David weiterzugehen. Für den neuen Wiener Drogenkoordinator lauten die Eckpunkte seiner zukünftigen Tätigkeit daher: "Prävention und die Möglichkeit der Früherkennung, damit wir Leid und Schaden so klein wie möglich halten können. Dem Wunsch der Wienerinnen und Wiener, nach einem Ausbau der Präventionseinrichtungen muss noch stärker als bisher Rechnung getragen werden. Die Programme im schulischen und außerschulischen Bereich verdienen unsere verstärkte Aufmerksamkeit und Priorität haben für mich Maßnahmen zur Integration von Menschen mit Suchtproblemen in den Arbeitsmarkt. Darüber hinaus muss selbstverständlich die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet werden."

Peter Hacker begrüßt Wahl seines Nachfolgers

Für den scheidenden Wiener Drogenkoordinator, Peter Hacker ist Michael Dressel eine ausgezeichnete Wahl: "Aus unserer gemeinsamen Arbeit am Wiener Drogenkonzept 1999 weiß ich, dass Michael Dressel die Wiener Situation im Drogenbereich hervorragend kennt und einschätzen kann. Er kennt aus seiner Arbeit in der Wiener Drogenhilfe die Seite der Betroffenen, er kennt die Hilfseinrichtungen und er hat die notwendige Sensibilität für die berechtigten Anliegen und Sorgen der Bevölkerung. Außerdem - und das ist im FSW besonders wichtig - Dressel hat langjährige Management-Erfahrung im Non-Profit-Bereich."

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(Schluss) fw

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