Bundesminister Günther Platter: "Nach Beendigung des Irak-Konfliktes ist auch Österreich mit Truppenteilen dabei"

Angelobung von 600 Rekruten im niederösterreichischen Stift Geras

Allentsteig/Geras (OTS) - "Die Aufgaben des Bundesheeres liegen schwergewichtsmässig in den Bereichen der territorialen Verteidigung, des Einsatzes nach Katastrophen und bei Assistenz-Einsätzen. Die Priorität in der Zukunft liegt aber eindeutig in der künftigen internationalen Solidaritätsleistung, auf die wir uns vermehrt vorzubereiten haben. Nach Beendigung des Irak-Konfliktes wird auch Österreich seinen Beitrag durch Entsendung von Truppenteilen leisten", erklärte Günther Platter, Bundesminister für Landesverteidigung, anlässlich der Angelobung von 600 Rekruten der 3. Panzergrenadierbrigade im niederösterreichischen Stift Geras.

Die Angelobung fand anlässlich der derzeit stattfindenden Übung "Felsenberg 2003" statt, an der über 6.100 Soldaten, 220 mechanisierte Kampffahrzeuge, mehr als 1.100 Räderfahrzeuge und 20 Luftfahrzeuge teilnehmen. Diese Übung steht ganz im Zeichen der Übung eines Szenarios eines friedensschaffenden Einsatzes ("Peace Enforcement") mit UNO-Mandat, nämlich die Befreiung einer fiktiven Provinz "Kampland" nach einem völkerrechtswidrigen Überfall von Armeekräften aus "Rotland" - ähnlich dem derzeitigen Szenario des UNO-Einsatzes im Kosovo.

"Österreich hat sich ja auch im Rahmen mehrerer EU-Gipfel verpflichtet, im Rahmen internationaler friedensschaffender Einsätze teilzunehmen. Dieses Szenario ist daher ein integrativer Bestandteil unserer Aufgaben. Es ist die Verpflichtung unseres Bundesheeres, einsatzbereite Verbände für Aufgaben im In- und Ausland bereitzuhalten. Mechanisierte Kräfte sind dafür unbedingt notwendig:
Denn nur sie verfügen über ein entsprechendes Durchsetzungsvermögen und gleichzeitig den entsprechendem Schutz, die bei künftigen internationalen Einsätzen notwendig sein werden", sagte dazu der Kommandant der 3. Panzergrenadierbrigade und Übungsleiter, Oberst Karl Pronhagl.

Entacher: Keine Finanzierung aus dem laufenden Heeres-Budget

Bereits am Donnerstag der Vorwoche sagte Generalleutnant Edmund Entacher, Kommandant der Landstreitkräfte: "Ich gehe davon aus, dass sich die Landstreitkräfte auf die Entsendung von Einheiten in die irakische Krisenregion zur Friedenssicherung, der Versorgung der Bevölkerung, der Unterstützung des Wiederaufbaues und der Beseitigung von Kampfmitteln vorzubereiten haben, nachdem die österreichische Regierung von einem UNO-Beschluss zur Entsendung einer internationalen, friedensstiftenden bzw. -erhaltenden Truppe nach Beendigung des derzeitigen Irak-Krieges ausgeht." Zuvor sei aber innerösterreichisch die Finanzierung dieses Einsatzes sicherzustellen. "Aus meiner Sicht kann ein derartiger Einsatz nicht aus dem laufenden Budget finanziert werden", so Entacher bei seinem Besuch bei den Manöversoldaten.

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