"Defis" künftig auch in städtischen Amtshäusern

EU-weite Ausschreibung nötig

Wien (OTS) - Rund zwei Drittel aller Todesfälle in unserem Land werden durch Herz/Kreislauferkrankungen verursacht. 15.000 Menschen sterben durch plötzlichen Herztod. Davon könnten manche gerettet werden, wenn die Ursache für das Zusammenbrechen sofort erkannt und innerhalb weniger Minuten geholfen wird. Eine Möglichkeit dazu sind die nun auch für Laien geeigneten Defibrillatoren, kurz "Defis" genannt. Ein Defi ist, vereinfacht dargestellt, ein Gerät, mit dem man einen Elektroschock auslöst, um eine Herzrhythmusstörung zu beheben. Wird es bei einem Menschen mit akutem Herzversagen innerhalb von 3 Minuten eingesetzt, verbessern sich die Überlebenschancen auf bis zu 70 Prozent. Voraussichtlich über 70 solcher Defis sollen künftig nach der EU-weiten Ausschreibung in rund 50 städtischen Amtshäusern für Besucher/innen und Mitarbeiter/innen installiert werden. Zusätzlich werden die städtischen Bäder bereits im kommenden Sommer über Defibrillatoren verfügen.****

Auch Laien können die neuen Defibrillatoren (wie sie aus der Kampagne von ORF und Rotem Kreuz schon bekannt sind) bedienen. Mit den in der TV-Serie Emergency Room eingesetzten Apparaten haben die halbautomatischen Defis im Aussehen nichts gemeinsam. Sie sind wesentlich kleiner, und niemand muss Angst davor haben, einen Defi zu bedienen - denn das Gerät "denkt" mit und erkennt selbst, ob der Notfallpatient tatsächlich einen elektrischen Impuls benötigt.

Defibrillatoren sollen nach der notwendigen EU-weiten Ausschreibung (womit der Vergabevorgang rund ein halbes Jahr dauert) in allen größeren Amtshäusern und allen Magistratischen Bezirksämtern installiert werden - insgesamt an fast 50 Standorten. Fünf Geräte sind für das Rathaus vorgesehen, je ein bis drei, je nach Kund/innenfrequenz und Zahl der Mitarbeiter/innen, in den anderen Amtsgebäuden. Außerdem werden Mitarbeiter/innen der Stadt Wien, die bereits jetzt als Ersthelfer/innen ausgebildet sind, und die Portiere der entsprechenden Gebäude von der Wiener Rettung im Umgang mit den neuen Defis geschult werden. Das Projekt Defis in Amtshäusern wurde von der Magistratsdirektion initiiert und wird von der MD-BG Berufliche Gesundheitsförderung gemeinsam mit der MA 23 - Amtshäuser, Nutzbauten, Nachrichtentechnik und der MA 70 - Rettungs- und Krankenbeförderungsdienst der Stadt Wien (für die Ausbildung) durchgeführt.

In den USA gibt es bereits seit Jahren an stark frequentierten Plätzen, in Einkaufszentren, Ämtern usw. Defis für Laienbedienung. In Österreich werden seit einiger Zeit ebenfalls Einrichtungen wie Banken, ÖAMTC usw. mit den möglicherweise Leben rettenden Geräten ausgestattet.

So übernahm Vizebürgermeisterin Grete Laska im Jänner in der Raiffeisenbank-Filiale Mariahilfer Straße einen Defibrillator. Die Raika hat mehrere Filialen mit Defis ausgestattet.

Defis werden natürlich auch bei Rettungs- und Krankentransporteinrichtungen eingesetzt. Wie Gesundheitsstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann kürzlich im Gemeinderat berichtete, wurden neben den Notarztwagen und den Notarzteinsatzfahrzeugen in den letzten Jahren praktisch alle im Wiener Rettungsverbund fahrenden Rettungswagen mit automatischen Defibrillatoren ausgerüstet und die Sanitäter entsprechend ausgebildet. Neben den 50 Einsatzfahrzeugen des Rettungsverbunds sind täglich zirka 100 Fahrzeuge des Krankentransports unterwegs, die ebenso mit Defibrillatoren ausgerüstet sind.

Die Wiener Bäder werden ab Sommer Defis zur Verfügung haben, ebenso überlegen weitere Magistratsabteilungen, die lebensrettenden Geräte anzuschaffen.

Mehr Infos im Internet:

o www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink?DATUM=20030129&SEITE=020030129009
o www.wien.at/mdb/gr/gr-022-w-2002-12-12-005.htm
o www.gesund.co.at/
o www.netdoktor.at/lupe/herztot/volksdefibrillator.htm

(Schluss) hrs

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