ÖAMTC erneuert Forderung nach Lkw-Kommission

Unfallbilanz 2002 zeigt: Auf Autobahnen war jeder dritte Verkehrstote Opfer eines Unglücks mit einem Schwerfahrzeug

Wien (OTS) - Nach den ernüchternden Zahlen der Unfallbilanz 2002 gerade auch in Bezug auf Lkw-Unfälle, erneuert der ÖAMTC seine Forderung an Verkehrsminister Hubert Gorbach, so rasch wie möglich eine Lkw-Kommission nach Vorbild der erfolgreichen Tunnelkommission und ein Maßnahmenpaket für sicheren Lkw-Verkehr wie beim Baustellen-Management zu realisieren. "Das Baustellen-Management ist beispielhaft für ein solches Maßnahmenpaket, weil dadurch Verbesserungen im Verkehrsablauf bei deutlich verringertem Unfallgeschehen erzielt wurden", so ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek.

In Österreich gab es 2002 mit 2.106 Lkw-Unfällen und dabei 2.874 Verletzten zwar nur einen geringen Anstieg gegenüber 2001, dafür erhöhte sich die Zahl der Getöteten bei Unfällen mit schweren Lkw wieder erheblich von 124 auf 147 Tote. "Der Anteil der Lkw-Unfälle am Gesamt-Unfallgeschehen beträgt weiterhin etwa 5 Prozent, aber mit mehr als 15 Prozent aller Verkehrstoten bei Lkw-Unfällen sind wir wieder auf dem hohen Niveau der Jahre vor 2001", resümiert ÖAMTC-Experte Michalek. Auf Autobahnen war an jedem sechsten Unfall ein schwerer Lkw beteiligt, jeder dritte Verkehrstote (48 von 128 Toten) war Opfer eines Unglücks mit einem Schwerfahrzeug.

Anlass genug für den ÖAMTC, seine Initiative "Sicherer Schwerverkehr" weiter zu verstärken. "Dabei geht es uns nicht um ein Anprangern des Lkw-Verkehrs, sondern um Ursachenforschung. Durch die Umsetzung eines Bündels an Maßnahmen sollte es möglich sein, die Sicherheit, Akzeptanz und Umweltverträglichkeit des Lkw-Verkehrs zu erhöhen", betont Michalek.

Innenminister Ernst Strasser hat bereits eine Forderung des ÖAMTC übernommen und kündigte bei der Präsentation der Unfallbilanz verschärfte Kontrollen auch für Lkw an. Strasser dazu: "Die oft übermüdeten und ausgebeuteten Lenker stellen eine hohe Gefahr dar."

Fünf Forderungen des Clubs

Immer wieder zeigen sich drei Missstände, die zu oft äußerst spektakulären Lkw-Unfällen führen: 95 Prozent der Lkw-Unfälle gehen auf menschliches Versagen zurück, zu viele Lkw sind technisch mangelhaft ausgerüstet, aber auch der schlechte Straßenzustand ist oft Unfallursache für den Schwerverkehr.

Die ÖAMTC-Initiative "Sicherer Schwerverkehr" umfasst insgesamt fünf Forderungen:

1) Handlungsfeld Fahrzeug: Gut und sicher ausgerüstete Lkw-Flotten 2) Handlungsfeld Mensch: Lenker besser ausbilden und rechtlich absichern
3) Handlungsfeld Infrastruktur: Straßenseitige und gesetzliche
4) Maßnahmen, wie z.B. die Verlagerung des überregionalen Verkehrs auf das hochrangige Straßennetz oder Konflikt vermeidende Verkehrsregeln
5) Rahmenbedingungen gestalten: Effizienz von Güterverkehr steigern Handlungsfeld Exekutive: Verstärkte Kontrolltätigkeit

Ziel der ÖAMTC-Initiative ist es, ein emotional besetztes Thema sachlich und engagiert aufzugreifen und einen Beitrag für mehr Sicherheit und Akzeptanz auf Österreichs Straßen zu leisten.

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ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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