Lanc: Wiederaufbau im Irak ist von denen zu finanzieren, die ihn zerstören

Weltweite Erdölversorgung soll durch UNO geregelt werden

Wien (SK) "Der Wiederaufbau im Irak ist von denen zu finanzieren, die ihn zerstören", legte sich Erwin Lanc, Bundesminister a. D. und jetziger Präsident des internationalen Instituts für Friedensforschung bei einer Veranstaltung der sozialdemokratischen Freiheitskämpfer fest. "Die Gleichsetzung von Terrorbekämpfung und strategischen Zielen der USA konnten die Vereinigten Staaten zwei Dritteln der Welt nicht erklären, auch wenn es, wie im Irak, gegen einen Diktator geht, den man allerdings auch 25 Jahre lang unterstützt hat", so Lanc in seinem Referat. Da Ölpolitik vielfach identisch mit Außenpolitik sei, forderte der Friedensaktivist ein künftiges System der Erdölversorgung, das von der UNO realisiert werden müsse: "Denn Warenbörsen können dieses Problem nicht lösen, Kriege schon gar nicht." ****

Die USA würden zwar bestreiten, so Lanc, dass es ums Öl gehe, andererseits sei es bereits ausgemacht, dass die Förderlizenzen im Irak in Zukunft nur mehr an Firmen der sogenannten Befreiungsländer (insbesondere USA, Großbritannien, Niederlande) gehen sollen, aber nicht mehr etwa an französische. Der frühere Minister erläuterte zudem, dass China sehr stark von Erdölimporten abhängig sei, "das bedeutet, dass wer die Hand auf das Erdöl hat, hat sie indirekt auch auf China".

"Dass die Welt die NATO-Intervention auf Jugoslawien hingenommen hat, hat die USA zu diesem Feldzug beflügelt", so Lanc. Schließlich gehe es nicht allein um den Besitz von Öl, sondern eben auch um die strategische Kontrolle der wichtigsten Erdölförderungsregion. In deren Mitte stehe der Irak. Nachdem die USA in den vergangenen Jahren ihre militärische Präsenz am Golf mehr und mehr ausgebaut habe, sei jetzt nur mehr der Iran im Weg: "Nicht umsonst ist der Iran laut USA auch Teil der 'Achse des Bösen'." Im Nürnberger Prozess seien Präventivkriege als schlimmstes Verbrechen bezeichnet worden, "Bush weiß also, warum er gegen den internationalen Strafgerichtshof ist". Lanc forderte die EU auf, eine Sicherheitspolitik zu machen, die keine neoimperialistischen Züge trage, wofür ein sozialdemokratischer Ansatz notwendig sei, dafür aber, "muss man auch etwas tun". (Schluss) re

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