Stadlbauer zum Bundesheer: Faktische Zugangshürden für die Frauen!

Platter übt sich in Realitätsverweigerung

Wien (SK) "Das Frauenprojekt im Bundesheer als Erfolg zu bezeichnen, kann nur mit Realitätsverweigerung erklärt werden", kritisierte SPÖ-Abgeordnete und SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer die Aussagen von Landesverteidigungsminister Platter zum Zweijahresbericht über Frauen im Bundesheer. "Ich kann den Erfolg nicht sehen", so Stadlbauer am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Interessierte Frauen leiden unter faktischen Zugangshürden zum Heer wie ungeeignete Auswahlverfahren und der geringen Besoldung im ersten Halbjahr von 243 Euro pro Monat. Soldatinnen, die vom Bundesheer mit dem Berufsbild "Soldatin" angeworben werden und freiwillig in den Dienst zum Heer eintreten, müssten anders entlohnt werden als zwangsverpflichtete Präsenzdiener", forderte Stadlbauer. ****

In der Regierungsvorlage von 1998 steht drinnen, dass der Beruf der Soldatin anders zu bewerten sei als die Wehrpflicht von Präsenzdienern. "Dann müssen die Soldatinnen auch besser entlohnt werden", so die SPÖ-Abgeordnete, "Präsenzdiener sind in der Mehrzahl 18jährige Burschen, die noch bei den Eltern leben. Die Frauen hingegen entscheiden sich freiwillig, meist später, mit schon abgeschlossener Berufsausbildung für den Heeresdienst." Hier werde wieder einmal von den Frauen unter dem Titel der "Wehrgerechtigkeit" selbstloses Verhalten verlangt. Die Aussage des Verteidigungsministers, wonach die Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhielten, könne nur als "Verhöhnung" der Rekrutinnnen bezeichnet werden. "Die in der Verfassung geregelte Freiwilligkeit des Wehrdienstes für Frauen wird durch die geringe Besoldung ausgehöhlt", kritisierte Stadlbauer abschließend. (Schluss) up/mp

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