ÖGB: Nur Schulungen kaschieren dramatische Arbeitslosenrate

Zeugnis der Untätigkeit, dass "Abflachung des Anstiegs" als Erfolg verkauft wird

Wien (ÖGB). "Die Diktion 'Abflachung des Anstiegs der Arbeitslosigkeit' ist ein Zeugnis der Untätigkeit für den sogenannten Arbeitsminister Bartenstein, der eine Zunahme der Jobsuchenden um 1,7 Prozent im März-Vergleich zum Vorjahr negiert und das Anspringen der Bausaison gegenüber dem Februar als Erfolg verkauft" kritisiert Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB.++++

Tatsächlich kommt diese "Abflachung", die in Realität eine weiter Zunahme von 4.171 auf insgesamt 253.263 Arbeitssuchenden ist, nur durch den massiven Zuwachs bei Qualifizierungsmaßnahmen zustande. Die Zahl der in Schulungen befindlichen Personen, die zwar Arbeit suchen, offiziell aber in der Statistik nicht aufscheinen, erhöhte sich im März im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent oder 13.060 Menschen auf insgesamt 45.683 Jobsuchende.

"Bartenstein betätigt sich als Zahlenjongleur, denn in Wirklichkeit sind rund 300.000 ÖsterreicherInnen ohne Job", stellt Leutner zum freizügigen Umgang des Ministers mit der Arbeitslosenstatistik fest. Besonders Jugendliche bis 25 Jahre und Ältere ab 50 seien die Leidtragenden der ministeriellen Untätigkeit in der Beschäftigungspolitik. "Auch der Zuwachs bei der Erwerbstätigkeit im Jahr 2002 ist nur durch zunehmende Teilzeitbeschäftigung zustande gekommen. Aber das verschweigt der Minister geflissentlich", so Leutner. Wird das schwarz-blaue Pensionsvorhaben umgesetzt, steigt in den nächsten Jahren die Arbeitslosigkeit weiter dramatisch an.

Der ÖGB fordert daher eine Aufstockung der Budgetmittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik um weitere 250 Millionen Euro. Die Inlandsnachfrage sollte durch eine steuerliche Entlastung kleiner und mittlerer ArbeitnehmerInnen-Einkommen angekurbelt werden: "Das bringt pro Milliarde Entlastung an die 9.000 Arbeitsplätze", rechnet Leutner vor. "Auch die Umsetzung bereits beschlossener Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen- und Schienenprojekte würde pro Milliarde rund 18.000 Arbeitsplätze bringen." (fl)

ÖGB, 2. April 2003 Nr. 228

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Fritz Luger
Tel. (++43-1) 534 44/239 DW
Fax.: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0011