ARGE-ÄrztInnen zu Selbstbehalten: "Warum nennt Regierung keine Zahlen?"

Vorsitzende Oberhauser zu Selbstbehalten: "Uns schwant Fürchterliches"

Wien (ÖGB) "Rauch-Kallat will keine Zahlen nennen - uns schwant Fürchterliches", sagte Sabine Oberhauser, Vorsitzende der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB
am Dienstag gegenüber dem ÖGB-Pressedienst. Grundsätzlich sei die Selbstbehalte-Diskussion "völlig falsch", bekräftigte Oberhauser ihre Kritik an den Regierungsplänen im Gesundheitsbereich. Um "Schlimmstes abzuwenden" sei man zwar "dialogbereit", jedoch: "Wir scheuen den Konflikt nicht - es geht um das Wohl der Patienten." ++++

Dass die Gesundheitsministerin zu den Selbstbehalten keine konkreten Zahlen nennen will, lässt für Oberhauser viele Fragen offen. Die Regierung habe "ohne mit der Wimper zu zucken viele Grauslichkeiten angekündigt" - sich jetzt bei den konkreten Zahlen zu Selbstbehalten bedeckt zu halten, lasse "furchtbare Pläne" vermuten. Zudem versuche die Regierung, die Selbstbehalte dem Hauptverband "umzuhängen".

Kritik übte Oberhauser auch an den ständigen Drohungen der Regierung den Pensionisten gegenüber. Rauch-Kallat hatte am Dienstag in einer Pressekonferenz zum wiederholten Mal darauf hingewiesen, dass es nur bei einer Beitragerhöhung nicht zu "englischen Verhältnissen" kommen werde und zudem erneut betont, dass PensionistInnen für 45 Prozent des Gesamtaufwands verantwortlich seien, obwohl sie nur ein Drittel aller Pflichtversicherten ausmachten. Oberhauser dazu: "Das Gesundheitssystem darf nicht auf dem Rücken der Alten und Schwachen saniert werden. Strukturmaßnahmen ja - aber so nicht." (bm)

ÖGB, 2. April 2003
Nr. 227

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