Familienquote macht Österreich zum Schlusslicht in der EU

Caritas fordert Aufhebung der Quote

Wien (OTS) - "Familienzusammenführung darf keiner Quote unterliegen", betont Caritas-Präsident Franz Küberl nach dem gestrigen Beschluss der Niederlassungsverordnung im Ministerrat und fordert erneut diesen familienfeindlichen Zustand aufzuheben. "Wir haben nach wie vor ein lange Liste von Ehepartnern und Kindern, die darauf warten zu ihren Familienangehörigen in Österreich ziehen zu können. Oft warten sie schon jahrelang."

Obwohl die österreichische Regierung den Wert der Familie stärken will, agiert sie bei ausländischen Familien entgegengesetzt. Bei den Beratungen Ende Februar zur EU-Richtlinie in Brüssel haben alle Staaten die mögliche Wartefrist für den Nachzug von Familienangehörigen mit einer Grenze von zwei Jahren vorgeschlagen, nur Österreich forderte eine fünfjährige Wartezeit. "Die anderen Staaten haben sich Gott sei Dank mit zwei Jahren Wartefrist in der Richtlinie durchgesetzt", zeigt sich Küberl erleichtert.

Das Höchstalter für die Gewährung des Familiennachzuges minderjähriger Kinder sollte laut Vorschlag fast aller EU-Staaten mit dem 18. Lebensjahr begrenzt werden. "Unverständlicherweise darf Österreich seinen restriktiveren Weg beibehalten und kann Kinder und Jugendliche nur bis zum 15. Lebensjahr zu ihren Familien nachziehen lassen", meint Küberl. "Es ist für die Caritas nicht ersichtlich, warum Österreich hier den restriktivsten Weg in Europa gehen muss. "Wir wissen, wie groß die Bedeutung des Familienlebens für die Integration in eine neue Gesellschaft ist. Es wird Zeit, dass Österreich seinem grundsätzlichen Familienbekenntnis ein praktisches Bekenntnis für ausländische Familien folgen lässt."

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