Austro-Exporte nach Rumänien legten um 18,8 Prozent zu

Landwirtschaftsminister Sarbu in der WKÖ: Vor allem in der Landwirtschaft großes Potenzial für österreichische Exporteure und Investoren

Wien (PWK196) - SPERRFRIST: 14:00 UHR

Die österreichische Außenhandelsentwicklung mit
Rumänien war im vergangenen Jahr hervorragend. Die Exporte nach Rumänien legten um 18,8 Prozent auf ein Volumen von 815 Mio Euro zu und bei den Importen wurde ein Plus von 19,7 Prozent auf 505 Mio Euro verzeichnet. Besondere Chancen zu einem Ausbau der Handelsbeziehungen werden sich künftig auf dem Agrarsektor ergeben. Mit dem EU-Beitritt in Aussicht, ist Rumänien bereits jetzt auf dem Weg der westlichen Integration ein gutes Stück vorangekommen. "Investoren werden mit offenen Armen empfangen. Speziell im Agrarbereich ist die Nachfrage nach modernen Technologien groß", sagt Hermann Wieser, Leiter des Beratungsunternehmens Wieser Consult & Partner, das im Auftrag der Österreichischen Kontrollbank (OeKB) eine Studie zu Absatzchancen und Investitionsmöglichkeiten für österreichische Hersteller im Agrar-und Lebensmittelbereich in Rumänien erstellte.

Anlässlich der heutigen (Mittwoch) Präsentation der OeKB-Studie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wies der rumänische Landwirtschaftsminister Ilie Sarbu auf die besondere Bedeutung des Agrarbereichs in Rumänien hin: "Die Landwirtschaft ist der wichtigste gesellschaftliche und soziale Sektor in meinem Land. Sie stellt die Pufferzone für Strukturreformen dar." Daher stehen vor allem die Investitionsförderung in den Agrarbetrieben, die Verarbeitung und Vermarktung sowie die Sicherstellung der Lebensmittelqualität im Mittelpunkt der Initiativen der rumänischen Regierung auf diesem Sektor. Sarbu: "Wir wollen die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft erhalten und im besonders den jungen Menschen Zukunftsperspektiven bieten."

Die Studie "Agrarmarkt Rumänien - Absatzchancen und Investitionsmöglichkeiten" bietet eine wichtige Grundlage für verstärkte Aktivitäten des Austrian Agricultural Cluster (AAC) in Rumänien. Der AAC wurde im Rahmen der Exportoffensive der Bundesregierung und der WKÖ 1999 gegründet und umfasst 13 Unternehmen sowie die Universität für Bodenkultur Wien und die Veterinärmedizinische Universität Wien. Die Conclusio der Studie ist, dass der Bedarf an Technologien in den Bereichen Landmaschinen, Tierzucht, Pflanzenproduktion und Betriebsmittel in Rumänien im Wachsen begriffen ist. Beachtliche Absatzchancen für österreichische Firmen finden sich auch im Bereich Lebensmittelwirtschaft. Alleine das Marktpotenzial für Fleischverarbeitungstechnologie wird für die Jahre 2003 bis 2006 auf 94 Mio Euro geschätzt. Wieser: "Nach der politischen Wende waren diese Sektoren stark vernachlässigt worden. Daher besteht jetzt enormer Aufholbedarf." Im Landmaschinensektor geht Wieser von einem 30prozentigem Investitionswachstum aus, damit die technische Ausstattung auf internationales Niveau gebracht wird. Die dazu erforderliche Investitionssumme wird auf jährlich 40 Mio Euro geschätzt. "Allerdings könne dieses Investitionsniveau nur erreicht werden, wenn entsprechende Finanzierungen bereitgestellt werden", gibt Wieser zu bedenken. Das EU-Vorbeitrittsprogramm SAPARD, Leasingfinanzierungen und Kreditlinien der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung stehen dafür zur Verfügung. Österreichische Banken (RZB, BA-CA, Volksbank) bringen weiters ihre Leasing- und Osteuropakompetenz bereits vor Ort ein, da sie sich bereits mit Dependancen in Rumänien etabliert haben. Großes Potenzial besteht auch auf dem Markt für österreichische Zuchtrinder. Der rumänische Gesamtrinderbestand betrug 2001 rund 2,8 Mio Stück. Das entspricht nur der Hälfte des Bestandes vor der Wende 1989. Mittlerweile geht es mit der Rinderzucht wieder aufwärts. Das Exportpotenzial für Rinder liegt bei etwa 8000 Zuchtrindern pro Jahr. (BS)

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