GPA-Frauen: Pensionspläne bedeuten für Frauen weitere massive Verluste

Ausweitung pensionsbegründender Zeiten ist Täuschung

Wien (GPA). "Die Pensionspläne der Bundesregierung bedeuten für Frauen zusätzliche massive Verluste", so die Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Erika Helscher. Vor allem angestellte Frauen würden zu den großen Verliererinnen gehören. Durch die Anhebung der Durchrechnungszeiträume und geringere Steigerungsbeträge, fehlende Aufwertungsfaktoren und ausbleibende frauenspezifische Maßnahmen würden Frauen künftig jedenfalls 11 bis 20 Prozent weniger Pension erhalten, in einigen Fällen wäre sogar mit einem Minus von 30 Prozent zu rechnen. Die beabsichtigte "Reform" würde auch Frauen, die kurz vor ihrem Pensionsantritt stehen, treffen und damit dramatisch in deren Lebensplanung eingreifen.++++

Die geplante Ausweitung der pensionsbegründenden Kindererziehungszeiten von 18 Monaten auf 24 Monate sieht Helscher als bloße Täuschung: "Diese Maßnahme wird nur für jene Frauen wirksam werden, die bereits jetzt Kindergeld beziehen, das heißt zum Tragen kommt diese Ausweitung erst in etwa 20 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt will die Regierung jedoch bereits ein Pensionskonto umgesetzt haben, bei dem pensionsbegründende Zeiten keine Bedeutung mehr haben werden", erklärt Helscher. Dass Frauen nun vorgetäuscht werden soll, ihre Pensionen wären auch während der Kinderbetreuungszeit gesichert, würde in die Zielrichtung der Regierung passen, Frauen weiter zurück an den Herd zu drängen.

Die GPA-Frauen fordern im Gegenzug zu den Plänen der Regierung eine höhere Bewertung der Kindererziehungszeiten, die sich etwa am Durchschnittseinkommen von Männern und Frauen orientieren sollte. Dies würde zu keinen pensionsrechtlichen Nachteilen führen und außerdem für Männer Anreize zur Kinderbetreuung schaffen.

Zur Erreichung einer eigenständigen Alterssicherung, wie sie im Regierungsprogramm formuliert ist, seien die Pensionspläne der Bundesregierung unzureichend und ungeeignet, zieht Helscher Bilanz. Vielmehr würden sie den Lebensstandard künftiger Pensionistinnen drastisch senken und die finanzielle Abhängigkeit vom Ehepartner weiter zementieren. Notwendig seien die Schließung bestehender Lücken im Pensionsrecht sowie effektive Maßnahmen zur Beseitigung von Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt.

"Die Regierung hat mit ihren Plänen inakzeptable Einbußen und Verschlechterungen in den Raum gestellt, die mit Sicherheit auf den entsprechenden Widerstand seitens der Gewerkschaft treffen werden", betont Helscher abschließend.

ÖGB, 2. April 2003
Nr. 226

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