Tumpel: Es reicht, 300.000 Menschen brauchen Arbeit statt Schönredereien!

Besonders betroffen Jugendliche und Ältere - Österreich auch im EU Ranking bei Wachstum und Beschäftigung an vorletzter Stelle

Wien (AK) - Knapp 299.000 Menschen suchen in Österreich Ende März Arbeit - und das einzige was die Regierung tut - sie redet die Zahlen schön und produziert durch ihre Maßnahmen zusätzliche Arbeitslosigkeit, sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Über 253.000 Personen sind arbeitslos gemeldet, mehr als 45.000 sind in Schulung und brauchen Arbeit. Besonders betroffen sind Jugendliche bis 25 Jahre und Ältere ab 50 Jahre. Aus Vollzeitarbeit werden immer öfter Teilzeitjobs, die Wirtschaft stagniert seit drei Jahren. Auch im Ranking der EU Kommission liegt Österreich beim Wachstum und der Beschäftigung an vorletzter Stelle und bei der generellen Wirtschaftsentwicklung an elfter Stelle von 15 EU Ländern. "Jetzt reicht es! Statt schöner Sonntagsreden, muss die Regierung endlich für mehr Beschäftigung und Wachstum sorgen", verlangt Tumpel als erste Sofortmaßnahme zusätzliche 250 Mio Euro für eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Außerdem braucht es eine Steuerpolitik, die die Kaufkraft stärkt, mehr Investitionen in die Bildung und eine Arbeitsmarktpolitik, die den ArbeitnehmerInnen wieder mehr Chancen gibt.

Monat für Monat suchen mehr Menschen Arbeit. "Das ist der traurigste Rekord, den eine Regierung den Menschen jemals beschert hat", sagt Tumpel. Seit dem 2. Weltkrieg haben noch nie so viele Menschen im März Arbeit gesucht wie jetzt. Die Zahl der Arbeitssuchenden steigt seit Mai 2001. Besonders betroffen sind wieder Jugendliche bis 25 Jahren - der Zuwachs macht plus 7,2 Prozent aus und Ältere ab 50 (plus 2,7 Prozent). "Wir haben immer wieder vor dieser Entwicklung gewarnt und verlangt, dass die Regierung gegensteuert", sagt Tumpel, "aber bis jetzt wurde die Entwicklung ignoriert oder schöngeredet. Was die Regierung jetzt plant, wird die Situation für Arbeitssuchende weiter verschärfen." Bis 2006 werden zusätzlich 110.000 Menschen Arbeit brauchen: Und zwar werden durch die Abschaffung der Frühpensionen 28.000 Menschen Arbeit suchen, durch neue Grenzgänger-und Praktikantenabkommen, Harmonisierung von Aufenthalt und Beschäftigung, Familiennachzug und EU Erweiterung werden bis 2006 bis zu 70.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland in Österreich Arbeit suchen. Die Einschränkung der Altersteilzeit bringt 8.000 ArbeitnehmerInnen auf den Arbeitsmarkt und durch die
demographische Entwicklung kommen weitere 3.700 vor allem junge ArbeitnehmerInnen dazu.

Die Regierung tut nichts, um die Situation in den Griff zu bekommen, sagt Tumpel. Er verlangt eine rasche steuerliche Entlastung der ArbeitnehmerInnen: Das wäre nicht nur ein Ausgleich für die vergangenen Belastungen, sondern würde durch eine stärkere Nachfrage die Wirtschaft ankurbeln. Mehr Investitionen in Straße und Schiene sind endlich nötig. Die Regierungspläne, die Lohnnebenkosten für ältere ArbeitnehmerInnen zu senken, würde nach WIFO Berechnungen nur 600 bis maximal 1.800 zusätzliche Arbeitsplätze bringen, und das nur theoretisch.

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