Bures: Selbstbehalte vergrößern Ungleichbehandlung

Verwaltungskosten werden sich verdoppeln - Ärztliche Leistung bei Beamten um 50 Prozent teurer

Wien (SK) Die SPÖ wendet sich entschieden gegen die von der Regierung geplanten Selbstbehalte. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures betonte, dass der vorgelegte Entwurf der Regierung die Ungleichbehandlung von Arbeitern und Angestellten auf der einen Seite und Beamten auf der anderen Seite vergrößert. "Die vielbeschworene Harmonisierung findet nicht statt, ganz im Gegenteil", so Bures Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ in Reaktion auf Gesundheitsministerin Rauch-Kallat. Denn Arbeiter und Angestellte werden zwar Selbstbehalte wie Beamte zahlen, bei den Leistungen werden sie aber benachteiligt. ****

Bures machte auch auf die "extrem hohen Verwaltungskosten" von Versicherungen mit Selbstbehalten aufmerksam. So liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verwaltungsaufwand bei den Gebietskrankenkassen (für das Jahr 2001) bei 49,44 Euro, bei der BVA bei 97,69 Euro, SVGW 84,60 Euro und bei der SVB bei 98,05 Euro. Bures: "Der Verwaltungsaufwand ist bei den Kassen mit Selbstbehalten doppelt so hoch." Selbstbehalte würden den Verwaltungsaufwand für die vier Millionen Versicherten der Gebietskrankenkassen um 160 Millionen Euro pro Jahr erhöhen.

Die Pläne der Regierung würden die bestehende Ungleichheit potenzieren, sagte Bures. Für Angestellte und Arbeiter würden die "Nachteile aller Systeme kombiniert", fasst Bures zusammen: "Hohe Selbstbehalte, hohe Verwaltungskosten, weniger Leistungen". Denn Kassen mit Selbstbehalten, wie die der Beamten und Gewerbetreibenden, habe auch weit höhere durchschnittliche Ausgaben für ärztliche Leistungen. Gegenüber dem ASVG konsumieren Beamten um 50 Prozent teurere ärztliche Leistungen.

Bures ging abschließend noch auf die Abschaffung der Ambulanzgebühren ein. "Die neue Gesundheitsministerin sorgt bei der Streichung der unseligen Gebühren allem Anschein nach für gleich viele Probleme wie ihr Vorgänger mit der Einführung", so Bures mit dem Hinweis darauf, dass die Krankenkassen nach wie vor gezwungen sind, Vorschreibungen für das Vorjahr auszusenden. (Schluss) wf

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