Österreichs Wirtschaft skeptisch gegenüber neuer Regierung

Wien (OTS) - Als Vorschusslorbeeren für die Bundesregierung kann man das Ergebnis der diesmonatigen GEWINN-Umfrage nicht gerade bezeichnen. 152 vom Wirtschaftsmagazin GEWINN befragte Manager haben ihre Einschätzung der fachlichen Qualitäten der elf (von 18) Routiniers auf ihren Posten teilweise stark nach unten revidiert, wie bei Finanzminister Grasser - noch letztjähriger Klassenprimus -, der nur noch ein 2,4 (im letzten Jahr noch 1,86) als Note bekam. Genau umgekehrt war es interessanterweise bei Justizminister Böhmdorfer, der sich von 3,23 auf 2,8 verbesserte.

Kanzler Schüssel setzte sich mit 2,1 (2,26 im Vorjahr) an die Spitze der Notenskala. Die sieben neuen Regierungsmitglieder werden von den Managern noch beschnuppert. 16 Prozent fällt zur fachlichen Qualität Ursula Haubners nichts ein. Ob Karl Schweitzer ein guter Sportstaatssekretär ist, wollen 20 Prozent nicht beurteilen. Über Josef Pröll verweigern bereits 29 Prozent die Aussage und Günther Platter, der neue Verteidigungsminister, mag in Tirol bekannt gewesen sein, aber kaum auf Bundesebene. 38 Prozent enthalten sich hier der Stimme. Generell bekommen die Neuen Noten zwischen einer glatten Drei und 3,6.

Nur 39 Prozent der befragten Manager rechnen, dass sich die Koalition über die vier Jahre retten wird. 28 Prozent rechnen spätestens gegen Ende 2004 mit dem Big Bang.
Kaum jemand rechnet mit einer echten Verwaltungs- und Bundesstaatsreform unter der Ägide der 18, da die Durchsetzungsfähigkeit der Regierung in der Praxis stark bezweifelt wird.

Neue Sparpakete würden niemanden überraschen, das Engerschnallen des rot-weiß-roten Gürtels wird überwiegend (insgesamt 71 Prozent) auf der Einnahmenseite erwartet.
49 Prozent der Manager halten ein Vorziehen von Investitionen in den Bau von Verkehrswegen für sehr, 43 Prozent für eher sinnvoll.

Erste Steuer-Etappe sollte schon Mitte 2003 kommen

Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin GEWINN präsentierte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch eine Reihe "dringlicher Anliegen" an die neue Regierung.

"Die Pläne der Regierung zur Pensionsreform sind mir zu eindimensional", meint Verzetnitsch. "Der ÖGB verschließt sich Änderungen nicht grundsätzlich, aber dass man jetzt kurzfristig den Betroffenen die Knackwurst des Pensionseintritts immer weiter weghält, kann nicht die Lösung des Problems sein. Wenn die Regierung schon argumentiert, dass es Maßnahmen zur Beschäftigung älterer Dienstnehmer geben wird, so soll sie den Frühpensionierungsplan doch an die Arbeitslosenrate koppeln. Alle vier Parlamentsparteien und die Sozialpartner sollten gemeinsam einen Weg suchen, dass jeder in Österreich bis 2030 ein einheitliches Pensionssystem hat. Mit dem Ziel Pensionsantritt mit 65 Jahren, 45 Beitragsjahre und 80 Prozent des Lebensstandards von vorher."

Zum finanziell kranken Gesundheitswesen würde Verzetnitsch nicht nur die Spitäler, sondern auch die Krankenkassen von der Mehrwertsteuer befreien. Von Selbstbehalten zur Finanzierung hält er nichts. Seiner Meinung nach wäre es viel besser durch höhere Beiträge oder die Einführung einer Wertschöpfungsabgabe Gelder einzuheben.

Zur Steuerreform: "Die erste Etappe der Steuerreform wäre schon Mitte 2003 sinnvoll, wo die Einkommen bis tausend Euro monatlich völlig steuerfrei gestellt werden sollten. Das betrifft immerhin 200.000 Leute und würde eine positive konsumptive Wirkung haben", so Verzetnitsch.

Um die Arbeitslosenrate zu senken fordert Verzetnitsch Investitionen in die bessere Qualifikation, in die Ausbildung und in die Forschung.
Beim Thema Privatisierung ist der ÖGB wiederum sehr dafür, die Post in ein eigenständiges Unternehmen zu verwandeln und entschieden gegen einen Ausverkauf ans Ausland. Bei den anderen Unternehmen plädiert Verzetnitsch für einen österreichischen Kernaktionär.

NEU: Basel-II-Rating-Rechner im Internet

GEWINN und Winterheller Software haben einen äußerst realitätsnahen Basel-II-Rechner entwickelt, der besonders Klein- und Mittelbetrieben kostenlos auf Mausklick zeigt, wie ihr persönliches Basel-II-Rating im Detail ausfällt und wo sich ihr Unternehmen noch verbessern muss, um zu besseren Kreditkonditionen zu gelangen.

Der Basel-II-Rating-Rechner ist unter http://www.gewinn.com abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

Gewinn
Tel.: (01) 521 24/0

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GWW0001