"Ältere schaffen schwere Arbeit nicht, aber dafür schwierige!"

AK-ÖGB-Symposium zu alternsgerechter Arbeit

Graz (AK/ÖGB). "Altes Eisen? Wir lassen uns nicht abstempeln":
Unter diesem Titel diskutierten am Mittwoch in der Grazer Arbeiterkammer nationale und internationale Experten, wie ältere Menschen länger in Beschäftigung bleiben können.++++

Der steirische AK-Präsident Walter Rotschädl kritisierte bei der Symposiums-Eröffnung die ungenügenden Maßnahmen für ältere Beschäftigte: "Im Vorjahr sind 25.000 Menschen frühzeitig in Pension gegangen. Die Senkung der Lohnnebenkosten für ältere Beschäftigte wird laut WIFO-Prognose aber nur 600 bis 1800 Arbeitsplätze für Ältere bringen." Für ihn und für Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär des ÖGB, ist eine Ankurbelung der Wirtschaft unbedingt notwendig: "Mehr Reallohn durch eine Steuersenkung fördert den Konsum, belebt die Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze."

Arbeitsmediziner Dr. Rudolf Karazman räumte mit den Vorurteilen auf, dass Arbeit die Gesundheit belaste und dass Altern Abbau bedeute: "Arbeit fördert die Gesundheit, wenn eine Entwicklung im Arbeitsprozeß statt findet." Laut dem Mediziner gilt, dass Ältere nicht mehr schwere körperliche Arbeit leisten können, aber dafür schwierige Arbeit bewältigen.

Der Beauftragte der EU-Kommission für den Bereich Arbeit für Ältere, Dr. Juhani Ilmarinen, sprach sich für eine altersgerechte Arbeitszeit aus. Denn "eine verminderte, flexible Arbeitszeit entspricht den Anforderungen Älterer, und dann bleiben die Leute auch gesund."

Alle Referenten waren sich einig, dass das enorme Erfahrungskapital, das sich Ältere im Lauf ihres Arbeitslebens angeeignet haben, für die Unternehmen nutzbringend eingesetzt werden könne und müsse. Finnland zeige das bereits seit Jahren in einer Vielzahl von Betrieben, und auch in Österreich gebe es ermutigende Ansätze, etwa bei der Voest Alpine in Linz oder bei den steirischen Betrieben Epcos, Magna-Steyr oder im Rehabilitations-Zentrum Toblbad.

ÖGB, 2. April 2003
Nr. 222

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