Bartenstein: März-Arbeitslosigkeit deutlich unter der Entwicklung des Vorjahres

Seit Juni 2001 geringster relativer Anstieg zum Vorjahr

Wien (BMWA/OTS) - Ende März 2003 lag die Zahl der unselbstständig Beschäftigten (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) mit 3.147.719 (1.704.803 Männer, 1.442.916 Frauen) um 25.466 oder 0,82% über dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vormonat war dies ein Zuwachs um 32.393 Personen (1,04%).

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit blieb im März trotz der angespannten konjunkturellen Situation deutlich unter der Entwicklung des Vorjahres - der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich auch im Vergleich zum Vormonat weiter abgeflacht. So lag die Zahl der vorgemerkten arbeitslosen Personen Ende März mit 253.263 um 4.171 bzw. 1,7% über dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Zunahme der arbeitslosen Frauen fiel mit +473 oder 0,5% auf 98.287 klar unterdurchschnittlich aus. Bei den Männern hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit mit +3.698 bzw. 2,4% auf 154.976 abgeflacht.

International gesehen hat Österreich nach wie vor eine sehr günstige Position. Für den Februar 2003 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,2% aus. Die Fortschreibung der Quote durch das Arbeitsmarktservice ergibt für den März 4,3%. Dieser Wert liegt nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 7,9% (Wert vom Jänner 2003). Lediglich Luxemburg mit 2,8% (Februar) und die Niederlande mit 3,4% (Jänner) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Darüber hinaus zeigten sich Ende März 2003 auf dem Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:

Arbeitslosendauer Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im März 97 Tage betragen. Sie ist damit um einen Tag kürzer als der entsprechende Vorjahreswert und sogar um 7 Tage niedriger als im März 2001.

Langzeitarbeitslosigkeit Ende März 2003 war die Zahl der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen mit 45.279 gegenüber dem Vorjahr um -1.850 bzw. -3,9% rückläufig. Länger als 1 Jahr vorgemerkt waren 16.638 Personen. Diese Zahl lag über dem März-Wert des Vorjahres (+3.584 bzw. +27,5%), jedoch deutlich unter dem vergleichbaren Wert des Jahres 2000 (und zwar um -6.141 bzw. -27,0%).

Jugendliche Keine Zuwächse gab es bei der Arbeitslosigkeit der 15- bis 18jährigen Jugendlichen (4.468 bzw. -1 oder 0,0%). Die Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit ist ausschließlich auf die 19- bis 24-Jährigen (+2.650 bzw. +8,2% auf 34.828) zurückzuführen. Im internationalen Vergleich der Jugendarbeitslosigkeit weist Österreich mit einer Quote von 6,9% (Februar 2003) mit den Niederlanden (6,9% im Jänner) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in der Gemeinschaft aus, gefolgt von Irland (8,2% im Februar) und Dänemark (8,4% im Februar). Die Jugendarbeitslosenquote ist im EU-Durchschnitt mit 15,3% (Jänner 2003) mehr als doppelt so hoch.

Lehrstellenmarkt Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende März mit 3.979 um +591 (+17,4%) über dem Wert des Vorjahres. Bei den beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen war auch im März ein leichtes Plus (+36 bzw. +1,3% auf 2.859) im Vorjahresvergleich zu verzeichnen.

Altersarbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen ist um +1.444 (+2,7%) auf 54.131 angestiegen. Dabei ist die Zahl der 50- bis 54-jährigen Arbeitslosen mit -798 (-2,8%) - wie bereits in den Vormonaten -weiterhin rückläufig. Der Bestand an vorgemerkten 55- bis 59-Jährigen hat hingegen um +1.848 (+9,1%) und jener der über 60-Jährigen um +394 (+9,5%) zugenommen, wobei sich auch bei diesen Gruppen eine Abflachung gegenüber den Vormonaten zeigt. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen Nach wie vor stellen die durch die internationale Konjunkturlage verminderten Exportchancen und in der weiteren Folge die verhaltenen Ausrüstungsinvestitionen die grundlegenden Rahmenbedingungen für den österreichischen Arbeitsmarkt dar. Zusätzlich ergeben sich bei den aktuellen Daten jedoch auch einige "Sonderfaktoren" wie der späte Ostertermin für die Entwicklung der Fremdenverkehrsarbeitslosigkeit und die milde Witterung, die zu einem früheren Saisonstart in der Baubranche geführt hat. Unter diesem Gesichtspunkt dürfte die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Tourismus mit +2.187 bzw. +7,5% auf 31.247 -zumindest in diesem Ausmaß - ein einmaliger Effekt sein. In der Baubranche war dagegen eine relativ günstige Entwicklung zu verzeichnen: Mit 53.359 sind hier Ende März um -2.755 Personen (-4,9%) weniger vorgemerkt als ein Jahr zuvor. Nennenswerte zunehmende Arbeitslosenzahlen sind noch bei den sonstigen Dienstleistungen mit +1.547 bzw. +14,3% auf 12.354 zu verzeichnen. Im Sachgüterbereich hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit mit +372 bzw. 0,8% auf 45.033 deutlich abgeschwächt. Die Männerarbeitslosigkeit ist in diesem Bereich um +933 bzw. +3,2% gestiegen, während die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Frauen rückläufig ist (-561; -3,7%). Leicht rückläufige Arbeitslosenzahlen weisen nach wie vor der Einzelhandel (-538; -2,3%) und der Großhandel (-523; -3,8%) aus.

Entwicklung in den Bundesländern In Wien (-1.236 bzw. -1,5%) und Oberösterreich (-936 bzw. -3,3%) waren die Arbeitslosenzahlen Ende März rückläufig, während sie in den anderen Bundesländern zunahmen. Deutlich überdurchschnittlich war der Zuwachs in Vorarlberg (+16,0% bzw. +1.082), gefolgt von Tirol (+12,0%; +1.639), Salzburg (+4,2%; +450) und Kärnten (+4,2%; +804). Etwas über dem gesamtösterreichischen Zuwachs lagen die Steiermark (+3,9%; +1.467) und das Burgenland (+3,7%; +335). Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen in Niederösterreich ist mit +1,4% bzw. +566 nur geringfügig angestiegen.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien Bis auf die Absolventen von Akademien (-96 bzw. -12,7% auf 658) und die einer Lehre mit Meisterprüfung (-52 bzw. 2,4% auf 2.157) sind im März in allen Ausbildungskategorien Zunahmen der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Der stärkste absolute Anstieg ist bei Personen mit Lehrabschluss (+1.183 oder +1,3% auf 95.345), bei Universitätsabsolvent/innen (+741 oder +12,8% auf 6.535) sowie bei Arbeitslosen mit lediglich Pflichtschulabschluss (+378; +0,4% auf 105.020) festzustellen. Anteilsmäßig entfallen rund 83% aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule, Personen mit Pflichtschulabschluss und Personen mit Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice Die Schulungsaktivitäten des Arbeitsmarktservice lagen im März -analog zu den Vormonaten - deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der in Schulung befindlichen Personen betrug 45.683 und lag damit um +13.060 (+40,0%) über dem vergleichbaren Vorjahreswert. 38% des Anstieges entfiel dabei auf jugendliche Schulungsteilnehmer (15-bis 25-Jährige). Besonders ausgeprägt stiegen die Teilnehmerzahlen in Wien (+106,5% bzw. +7.069), in der Steiermark (+28,4% bzw. +1.794) und in Oberösterreich (+26,5% bzw. +1.782). Die Schulungsteilnehmer/innen rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (8.918), Metall-/Elektroberufe (6.197), Handel (5.773) und den Hilfsberufen (5.354). Aus diesen Berufsgruppen kommen 57% aller in Schulung befindlichen Personen.

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