Erinnerungstheater-Festival im Künstlerhaus

Wien (OTS) - Noch bis kommenden Samstag (5.4.) findet im
dietheater Künstlerhaus ein Festival der besonderen Art statt: Unter dem Titel "Zeitschritte" werden insgesamt sechs verschiedene (Laien) Theaterproduktionen vorwiegend von älteren Mitmenschen erarbeitet und gespielt der Öffentlichkeit präsentiert. Mit "Nix wie weg" (1.4.; Theatergruppe: Que Sera), ""Kaleidoskop" (2.4.; Theatergruppe:
Herbst-Zeitlose), "Halbmond der Freiheit" (3.4.; Theatergruppe:
Erinnerungstheater Wien), "Inventur" (4.4.; Theatergruppe: Die Zeitgeister) und "Die unwürdige Greisin - wohnhaft in Wien" (5.4.; Video-Klangcollage von und mit Jovita Dermota) will das Erinnerungstheater-Festival nicht nur interessante und sehenswerte Produktionen zeigen, sondern auch auf ein hierzulande eher noch wenig genutztes Mittel der Kulturarbeit mit älteren Menschen hinweisen. Die jeweiligen Produktionen stellen verschiedene Formen theatraler Arbeit dar. Der Bogen spannt sich von der Collage über "Stimmungsbilder bis hin zum klassischen Theaterstück. Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr. Nach der Vorstellung besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Am Samstag, den 5.4., wird "Halbmond der Freiheit" am Nachmittag nochmals um 15.00 Uhr gezeigt

Während europaweit das in London beheimatete "Age Exchange" als Zentrum für theatrale Erinnerungsarbeit mit älteren Menschen gilt, hat sich in Wien, nach einigen engagierten Versuchen in den 80er Jahren, vor allem das von Michaela Schwind seit Herbst 1998 gegründete und von ihr auch geleitete Erinnerungstheater Wien als fixe Institution etablieren können. Im Jahr 1999 brachte die Theatergruppe das Stück "Wenn ich mir was wünschen könnte..." im Theater Drachengasse zur Uraufführung, im Jahr 2001 kam es zu einer weiteren Uraufführung "Mutter, wie weit darf ich reisen?".

Ziel der Arbeiten in diesem Bereich ist es, die unterschiedlichen Erinnerungen älterer Menschen kreativ zu nützen, um einerseits lebendiges Geschichtsbewusstsein weiterzugeben, andererseits um individuelle Alterungsprozesse besser begleiten zu können. Üblicherweise beginnt die Arbeit im Bereich des Erinnerungstheaters damit, dass sich über längere Zeit eine entsprechende Gruppe bildet, die, trotz unterschiedlichster Herkünfte, gemeinsam, basierend auf ihrem Erinnerungsschatz, ein künstlerisches Thema finden und dieses sich mittels Proben und inhaltlicher Auseinendersetzung erarbeiten. Unterstützung kommt hierbei von professionellen Theatermacher. Bei der Gruppe "Herbst-Zeitlose" hat sich etwa die bekannte Schauspielerin Elfriede Ott maßgeblich beteiligt. Ziel ist es, eine öffentliche Aufführung in Theatern oder Pensionistenheimen zu erarbeiten.

Weitere Vorstellungen sind in Wien für den 8. April im Pensionistenwohnhaus Seegasse (9., Seegasse 11; Que Sera: "Nix wie weg", Beginn: 15.00 Uhr) bzw. am 9. April im Pensionsistenwohnhaus Loquaiplatz (6., Loquaiplatz 5, Herbst-Zeitlose: "Kaleidoskop", Beginn: 16.00 Uhr) geplant.

o Erinnerungstheater-Festival (1.-5.April 03)
Ort: dietheater Künstlerhaus
Preise EUR 9 bis 14,50
Kartenbestellungen: 587 05 04 oder direkt an der Abendkasse im dietheater Künstlerhaus
Nähere Infos auch unter: http://www.dietheater.at/
(Schluss) hch

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