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GRAS: Soziale Lage der Studierenden großteils erschütternd

Gehrer versucht ihre soziale Kälte warm zu reden - GRAS legt die ungeschönten Fakten auf den Tisch

Wien (OTS) - Die Grünen & Alternativen StudentInnen (GRAS) wurden heute wieder ZeugInnen einer geschönten ministeriellen Präsentation des IHS-Berichtes zur sozialen Lage der Studierenden 2002. "Gehrer sparte die erschütternden Fakten aus und beschränkte sich darauf, ihre soziale Kälte warm zu reden", erklärt Barbara Wittinger, GRAS-Spitzenkandidatin im ÖH-Wahlkampf. Die GRAS widerlegt die eigenwilligen Interpretationen von Ministerin Gehrer auf Punkt und Beistrich.****

Ministerin Gehrer behauptet, Studienbeiträge würden das Studium beschleunigen. Tatsache ist, dass laut Bericht zur sozialen Lage der Studierenden 44,5 % der StudentInnen die Einführung der Gebühren als erhöhten finanziellen Druck empfinden. "Studierende werden gezwungen, neben dem Studium erwerbstätig zu werden. Daraus folgt automatisch eine Verlangsamung des Studienfortgangs und -erfolgs", widerlegt Wittinger das unfundierte Argument der Ministerin. 69,5 % der Studierenden geben als Motiv für eine Erwerbstätigkeit an, ihren Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Laut IHS-Bericht sehen nur 7,6 % ihr Studium nicht durch ihre Erwerbstätigkeit eingeschränkt, nur 9,4 % sagen, sie hätten keine Probleme bei der Vereinbarkeit von Studium und Beruf. "Gehrer geht über diese Zahlen einfach hinweg. Beispielsweise sank der Prozentsatz an Frauen, die nicht auf Erwerbstätigkeit neben dem Studium angewiesen sind, gegenüber 1998 von 51,6 auf 32,7 Prozent 2002", erklärt Wittinger.

Studierende armutsgefährdet und immer häufiger höher verschuldet

Gehrer erklärte in ihrer heutigen Pressekonferenz, Studienbeiträge seien keine soziale Hürde. Faktum ist, dass Zuwendungen (Belastungen des Elternhauses) und finanzielle Abhängigkeit der Studierenden von den Eltern angestiegen sind. Nach sozialen Schichten betrachtet bedeutet diese Entwicklung, dass Studierende aus der sozial niedrigen Schicht um rund 42 % weniger Geld als StudentInnen aus sozial hohen Schichten bekommen. Die Summe aus Aufnahmen von Darlehen durch Studierende hat sich von 1998 bis 2002 mehr als vervierfacht. Die durchschnittliche Darlehenshöhe pro Studierenden und Jahr betrug 1998 36 Euro und beläuft sich 2002 auf nunmehr 156 Euro. 17,4 % der StudentInnen verfügen über keine Sockelfinanzierung (laut Bericht zur sozialen Lage der Studierenden:
"Finanzielle Unterstützungsleistungen der Familie und Einnahmen aus der Studienbeihilfe", Kapitel 7.5). Insgesamt gaben 51,5 Prozent der Befragten an, finanzielle Probleme zu haben. "35.000 Studierende ziehen es dem aktuellen IHS-Bericht zufolge in Erwägung, ihr Studium aus finanziellen Gründen abzubrechen. Gehrer dürfte das als Studiumsbeschleunigung interpretieren", so Ralph Schallmeiner, GRAS-Spitzenkandidat im ÖH-Wahlkampf.

GRAS fordert Abschaffung der Studiengebühren und Grundsicherung

Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Studierende keineswegs sozial abgesichert sind bzw. ungehindert ihrem Studium nachgehen können. Die GRAS fordert daher die Abschaffung der Studiengebühren, eine Ausweitung des Studienbeihilfensystems vor allem für soziale Schwache, Studierende mit Kindern und ausländische KollegInnen. Die GRAS fordert des weiteren eine sozial gestaffelte, staatlich garantierte Grundsicherung (Sockelbetrag), die allen Studierenden zur Verfügung stehen muss. "Die GRAS steht für ungehindertes Studieren mit staatlich garantierter, finanzieller Absicherung und für das Grundrecht auf Bildung", so die SpitzenkandidatInnen Wittinger und Schallmeiner abschließend.

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Michaela Fabian, GRAS-Pressesprecherin
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