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ÖGB-NÖ-Staudinger zur angekündigten Pensionsreform: Länger arbeiten für weniger Pension

Sozialpartner müssen in Verhandlungen eingebunden werden

Wien (ÖGB-NÖ). "Die Regierung bereitet eine überhastet Pensionsreform vor, die man auf den Nenner bringen kann: Länger arbeiten für weniger Pension. Offenbar stehen die Verantwortlichen unter großem Zeitdruck, weil es ungewiss ist, wie lange die Koalition diesmal hält", stellt der Vorsitzende des ÖGB-NÖ Josef Staudinger fest. Die geplanten Vorhaben würden die Abschaffung der Frühpensionen, die Herabsetzung der Pensionshöhe und grundlegende Einschnitte bei der Altersteilzeit bedeuten. "Und dies alles vor dem Hintergrund der prekären Arbeitsmarktlage", warnt Staudinger.++++

Diese Pensionsreform beruhe auf der Illusion, dass in Österreich ein Arbeitsmarkt für ältere ArbeitnehmerInnen besteht. "Menschen müssen früher in Pension gehen, weil sie entweder den Arbeitsplatz verloren haben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, weiterzuarbeiten ", so Staudinger weiter. Diese sogenannte Reform zwinge ältere ArbeitnehmerInnen ohne Begleitmaßnahmen auf einem Arbeitsmarkt zu verbleiben, der in Wirklichkeit nicht existiert. Und sie müssten nach einer weitaus längeren Zeit als bisher, auch noch eklatante Einbussen bei der Pensionshöhe hinnehmen. Denn auch der Bemessungszeitraum solle von den 'besten 15 Jahren' auf 40 Jahre ausgedehnt werden. "Dies kann vor allem für Frauen, die während der Kindererziehung nur Teilzeit beschäftigt waren, zu Pensionseinbußen von über 30 Prozent führen", erklärt der Gewerkschafter und fordert einen "Pensionskonvent" unter Mitwirkung der Sozialpartner, um ein "faires und gerechtes Pensionssystem zu erarbeiten".

"Das Pferd wird vom Schwanz aufgezäumt. Eine sinnvolle und gerechte Pensionsreform setzt Arbeitsmarktinitiativen voraus, die zu mehr Beschäftigung führen. Die geplanten Maßnahmen dienen nur der kurzfristigen Geldbeschaffung. "Hinter mir die Sintflut" dürfte die Devise lauten", kritisiert Staudinger.

ÖGB, 28. März 2003
Nr. 207

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Susanne Karner
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