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VSStÖ: StudentInnen sind arm dran!

Gehrer baut Potemkinsche Dörfer

Wien (SK) Mit Befremden registriert der Verband Sozialistischer StudentInnen die "Potemkinschen Dörfer, die Bildungsministerin Gehrer um die soziale Lage der Studierenden baut". VSStÖ-Sozialexpertin Patrice Fuchs, Spitzenkandidatin für die ÖH-Wahlen 2003: "Im Gegensatz zur Sozialromantik a la Gehrer ist die Situation der Studierenden alles andere als rosig." ****

"Ministerin Gehrer sagt zum Beispiel, die soziale Herkunft der Studierenden habe sich nicht verändert. Die Zahlen sagen, minus fünf Prozent Studierende ohne Matura der Eltern, plus drei Prozent aus AkademikerInnenfamilien", bemerkte Fuchs. Auch der Euphemismus vom erweiterten Budget der Studierenden verstelle den Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse: So seien die Lebenserhaltungskosten im Vergleich zu 1998 um die Hälfte angestiegen. "Die Lebenserhaltungskosten übersteigen bereits die Einnahmen, obwohl die Erwerbstätigket von 49,4 auf 66,5 Prozent gestiegen ist. Wie Gehrer diesen Zahlen irgend etwas Positives abgewinnen kann, ist ein Rätsel", so Fuchs am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Als Motiv für die Erwerbstätigkeit wird in erster Linie das Verdienen des Lebensunterhalts genannt, drei Viertel der berufstätigen Studierenden würden gerne weniger arbeiten, können es sich finanziell aber nicht leisten. Bereits jeder zweite Studierende gibt an, finanzielle Probleme zu haben, jeder dritte Studierende reduziert in der Folge seine Studienaktivitäten. Fuchs: "Auch die angebliche Ausweitung der Studienförderung zerplatzt angesichts der Zahlen des Berichts wie eine Seifenblase: In absoluten Zahlen sind 23 Studierende mehr in den Genuss der Studienbeihilfe gekommen. Das ist wirklich lächerlich!"

Die Schlussfolgerungen, die aus dem Bericht zu ziehen sind, sind eindeutig: "Wir wollen die Abschaffung der Studiengebühren und ein neu konzipiertes Studienföderungssystem, das die stark gestiegene Abhängigkeit von der sozialen Situation der Eltern reduziert. Auf die Bedürfnisse von Berufstätigen und studierenden Eltern muss besonders eingegangen werden", schloss Fuchs. (Schluss) wf/mm

Rückfragen: Dominik Gries, VSStÖ-Pressesprecher, 0699 101 42 021

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