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EBC: "Internet-Surfer sind ja keine Versuchskaninchen"

User müssen in ihren Lebenswelten abgeholt werden - Crossmedia auf dem Vormarsch -

Wien (OTS) - User werden noch immer für Navigations-Experimente missbraucht, durch inkonsequente Konzepte verärgert und mit der Technologie allein gelassen. Dies war der Tenor einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstag, Abend im Wiener Haus der Musik.

"Wir müssen von der Technologie zum Dialog kommen, um das Herz des Users zu erreichen. Wer nutzt das Angebot eines Avatars auf einer Website regelmäßig und fühlt sich dadurch gut serviciert?", so Peter Haferl, Managing Director der Agentur Publicis Networks. Durch die Entwicklungen im Bereich IT-Technik seien die Grundlagen geschaffen worden, nun gehe es um die Lebendigkeit des Dialoges, die Effizienz der Interaktion und die Entfaltung der Wertschöpfungskette.

Nach wie vor seien aber die Einhaltung der Richtlinien für die Benutzerfreundlichkeit und die Möglichkeit der intuitiven Navigation nicht selbstverständlich. "Der Mensch hat aber nur eine Aufmerksamkeit. Hier müssen die Betreiber ihre Hausaufgaben erst machen", sagte Haferl. Auch die horizontalen "Ich kann alles"-Portale hätten sich nicht durchgesetzt, da die Breite die Zielgruppenorientierung erschwere und die User immer individuellere Interessen hätten. Vertikale Portale könnten diesen Bedarf viel besser abdecken.

Um Aufmerksamkeit gehe es auch im Bereich Online-Marketing: "Eine Website ist nur so gut wie ihre Bewerbung", ist Haferl überzeugt. Holistik - also integrierte Kampagnen - könne man dabei als Informationspyramide darstellen: Teaser und Image in klassischen Medien, gefolgt von Aufforderungen in Mailings, würden zur Tiefe und Interaktion im Web führen.

Auf die jüngste - und bereits ausgezeichnete - Kampagne seines Unternehmens in diesem Zusammenhang verwies Georg Zachhuber von derStandard.at. Dabei seien die Verantwortlichen der Werbeagenturen namentlich angesprochen worden: über Plakate im Umkreis des Agentursitzes, Anzeigen in Printmedien bis zu Bannern auf der Website des Standard. Dies habe immenses Aufsehen erzeugt und gezeigt, dass Online-Werbung wirkt. Bei den Werbekunden - ohne die das Webangebot nicht möglich wäre - habe es zwar eines längeren Überzeugungsprozesses bedurft, "inzwischen verzeichnen wir aber Zuwächse im hohen zweistelligen Prozentbereich am Online-Werbemarkt", so Zachhuber. Oberstes Ziel sei, den Kundennutzen auch profitabel bereitstellen zu können.

"Was die Unternehmerseite betrifft, reicht es nicht aus, sich nur am Kunden zu orientieren, der Kunde muss einen tatsächlichen Nutzen daraus ziehen", ergänzte Margarethe Schramböck vom Systemintegrator NextiraOne Austria. Vermehrt würde nun aber der Einsatz von Customer Relationship Management (CRM) - also die Pflege der Kundenbeziehungen - vom Einsparungspotenzial abhängig gemacht. "Das ist auch gut so, weil dadurch auch das Top-Management voll hinter dem Projekt steht", so Schramböck. Nicht zu unterschätzen sei, dass CRM auch wertvolle Informationen über das eigene Unternehmen liefere und aufzeige, ob man seine Kunden auch wirklich kennt.

"CRM scheitert oft am Informationsmangel und der unzureichenden Zielsetzung", ist sich auch Martin Diller vom Direct Marketing Verband Österreich (DMVÖ) sicher. Zuerst müsse man klären, welche Daten man überhaupt sammeln wolle und wozu. Nur wenn man den Kunden kenne, könnten gute Angebote gemacht werden. "Eine effizientere Ansprache der Zielgruppe bedarf in vielen Fällen des Geomarketing", sieht Georg Magenschab von WIGeoGIS in diesem Bereich noch Potenzial. Durch die Kombination von raumbezogenen mit soziodemographischen Daten könne man den Kunden dort erreichen, wo er auch tatsächlich sei. Sehr erfreut über die Entwicklung, nach der Technologie nun den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, zeigte sich Christian Czaak von der Initiative ECAustria. Sein Credo lautet: "Wir müssen die Kunden in ihren Lebenswelten abholen."

Dass dies aber nicht durch unaufgefordert zugesandte Werbe-E-Mails (Spam) erreicht werden kann, betonte Florian Petter vom Lösungsspezialisten Dynatools. "Die User akzeptieren das nicht. Kein Wunder, bei durchschnittlich 6.000 Spam-Mails, die man in einem halben Jahr bekommt", so Petter. Die Adressen, die dazu verwendet würden, stammten hauptsächlich aus Veröffentlichungen im Web und in Newsgroups. Hackerangriffe auf Mail-Server und der Verkauf der Adressen seien hingegen nur für einen sehr kleinen Teil des Spams verantwortlich.

Die Plattform

Application Service Providing, Customer Relationship Management und Multimedia Messaging Service: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit mehr als zwei Jahren existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern.

Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem führenden Content-Provider für Portals und Mobile Devices, bildet die EBC ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

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