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Tumpel: Gehrer ignoriert Probleme von berufstätigen Studierenden

Bericht zur sozialen Lage Studierender zeigt dringenden Handlungsbedarf auf

Wien (AK) - Die Einführung der Studiengebühren führte zu vermehrter Erwerbstätigkeit bei den Studenten, gut zwei Drittel sind bereits während der Vorlesungszeit berufstätig. Das zeigen Ergebnisse der Studierenden-Sozialerhebung 2002. Knapp die Hälfte der Studierenden verspürt aufgrund der Studiengebühren einen höheren Finanz- und Zeitdruck, ein Drittel gibt an, die Erwerbstätigkeit ausgeweitet zu haben. Die Erwerbstätigkeit ist zugleich der häufigste Grund, das Studium abzubrechen. Die Studierenden gaben auch an, daß keine Verbesserungen im Studienalltag zu bemerken sind bzw. sich die Studiensituation sogar verschlechtert hat. Eine Studie der AK Wien aus dem Jahr 2002 hat vergleichbare Ergebnisse gebracht. "Diese Probleme können nicht länger negiert oder einfach an die Universitäten abgeschoben werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel.

Zahlreiche Studien haben bereits die steigende Erwerbstätigkeit von Studierenden belegt. "Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Situation an den Universitäten zu verbessern", fordert Tumpel, "die Maßnahmen dürfen sich aber keinesfalls nur auf Minireformen wie die im Regierungsprogramm angekündigte steuerliche Absetzbarkeit von Studiengebühren beschränken".

Die AK fordert
- ein eigens für Berufstätige konzipiertes Studienangebot an Universitäten in Studienrichtungen mit hohem Erwerbstätigenanteil sowie mehr Abend- und Blockveranstaltungen
- Verbesserung der finanziellen Unterstützungen, z.B. Sicherung und Ausbau der bis August 2003 befristeten Studienabschluss-Stipendien und Einbeziehung von FH-Studierenden; Hinaufsetzen der Altersgrenze bei der Studienförderung
- Abschaffung der pauschalen Studiengebühren, die Berufstätige besonders benachteiligen: Reduzierte Studiengebühren für Berufstätige - Im Falle der Beibehaltung der Studiengebühren ist zumindest ein gestuftes Gebührenmodell zu entwickeln, das auf Teilzeitstudierende, die weniger Hochschulleistungen in Anspruch nehmen, abgestimmt ist
- verstärkter Einsatz der neuen Kommunikationstechnologien, z.B. Lernmaterialien im Internet etc. sowie Evaluation dieser Maßnahmen - bevorzugte Mittelzuteilung für ein vermehrtes Angebot an Fachhochschul-Studiengängen für Berufstätige

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Presse
Katja Robotka
Tel.: (++43-1) 501 65-2331
katja.robotka@akwien.at
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