"Die Presse" Kommentar: "Problematische Heimkehr" (von Christine Domforth)

Ausgabe vom 28.3.2003

Wien (OTS) - Noch vor kurzem tat es die Bank Austria als "dummes Hirngespinst" ab, nun wird es Realität: Die BA-CA kehrt heim an die Wiener Börse. Für die angeschlagene Mutter HVB ein genialer Schachzug, verschafft ihr die lukrative Tochter doch das dringend benötigte frische Kapital. Mit einer HVB-Kapitalerhöhung oder gar einer Zwangsanleihe hätte sich der neue Münchner Bank-Boss Rampl kalte Füße geholt. Immerhin haben die Aktionäre mit der HVB mehr verloren als mit so mancher High-Tech-Aktie.
Ziemlich über den Tisch gezogen fühlen werden sich jene ehemaligen BA-Aktionäre, die auf HVB-Papiere umgestiegen sind. Egal ob Kleinaktionäre, AVZ, Wiener Städtische oder Wüstenrot: Alle haben massiv verloren und sind jetzt an der "falschen" Bank beteiligt. Immerhin ist die BA-CA dank ihrer Aktivitäten in Zentral- und Osteuropa weitaus attraktiver als ihre Mutter HVB. Noch-BA-Chef Randa muss sich jetzt die Frage gefallen lassen, ob es richtig war, Österreichs größte Bank an die Bayern zu verkaufen.
Immerhin muss jetzt die Tochter, die angeblich allein nicht expandieren konnte, für ihre Mutter die Kastanien aus dem Feuer holen. Aus heutiger Sicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn die BA die HVB übernommen hätte.

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