Donauland und ORF verleihen Sachbuchpreis "danubius" an Erika Weinzierl

Wien (OTS) - Univ.-Prof. Dr. Erika Weinzierl, Historikerin sowie Autorin und Herausgeberin zahlreicher Bücher, wurde am Donnerstag, dem 27. März 2003, mit dem Donauland-Sachbuchpreis 2002 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Der "danubius" zählt zu den renommiertesten Buchpreisen des Landes. Überreicht wurde der von Donauland und dem ORF gemeinsam vergebene Sachbuchpreis von Donauland-Geschäftsführer Gebhard von Trotha und ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner im Wiener Palais Pallavicini.

Unter den Gästen der Preisverleihung: Prof. Dr. Leon Zelman, Prof. Leon Askin, Rudolf Buczolich, Lotte Ingrisch, Heinz Werner Schimanko, Sektionschef Dr. Michael Neider, "danubius"-Schöpfer, Mag. Hubert Blanz und viele andere. Durch das Programm führte Ernst Grissemann. Das Anton von Webern Quartet mit dem 2. Satz aus Eric Zeisls Streichquartett Nr. 2 (Eric Zeisl emigrierte 1938) und das "Reiterquartett"-Finale von Joseph Haydn bildeten den musikalischen Rahmen.

Donauland-Geschäftsführer Gebhard von Trotha würdigte Erika Weinzierl als eine hervorragende Vertreterin ihres Faches Zeitgeschichte. Sie habe "niemals im Elfenbeinturm der Wissenschaft gewohnt". Erika Weinzierl beziehe stets Stellung, bringe und mische sich ein, erhebe ihre Stimme. Deshalb werde sie auch gerade außerhalb der wissenschaftlichen Kreise gehört, gelesen, gesehen und respektiert.

ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner: "Kooperation mit Donauland auch in Zukunft"

ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner, die den "danubius" überreichte: "Die Kooperation des ORF mit Donauland bei der Verleihung eines Sachbuchpreises wird auch in Zukunft weiter gepflegt werden. Eine derartige Zusammenarbeit liegt vielleicht nicht auf der Hand, wider vielen Behauptungen hat das Fernsehen aber nicht die Bücher verdrängt, im Gegenteil: Am Beispiel: 'Österreich - Unser Jahrhundert', einer TV-Serie mit Begleitbuch, zeigt sich, dass eine Verknüpfung zwischen Verlag und ORF hilfreich ist." Und zur Preisträgerin meinte Dr. Lindner: "Das Schönste am 'danubius' ist, dass ihn eine Persönlichkeit bekommt, die für den ORF große Bedeutung hat. Ein Blick ins ORF-Archiv bestätigt das: Zahlreiche Auftritte von Erika Weinzierl im 'Club 2', 'Café Central', 'Zur Sache' etc. Ein Film des ORF über die Preisträgerin steht noch aus. Dieser wird gemacht, wenn sie zustimmt."

Oliver Rathkolb: "Weinzierl hat österreichisches Gedächtnis beeinflusst"

Erika Weinzierl habe dazu beigetragen, dass die Opfer des Holocaust in der gesellschaftlichen Erinnerung berücksichtigt würden, in der politischen sei dies sehr spät passiert, so Univ.-Doz. DDr. Oliver Rathkolb in seiner Laudatio. "Die Preisträgerin hält nichts von der Kollektivschuldthese, aber sehr viel von der kollektiven Verantwortung." In ihrer Arbeit habe sie es sich nicht leicht gemacht. Erika Weinzierl habe viele öffentliche Attacken erleiden müssen, diese Verletzungen hätten Spuren an der Preisträgerin hinterlassen. Erika Weinzierl hat das österreichische kollektive Gedächtnis in sehr positiver Weise beeinflusst."

Erika Weinzierl sieht ihre Arbeit als Freude und das, was sie am Leben erhalte. Sie wünsche sich, "dass in Österreich nie wieder solche Ungerechtigkeiten wie Nationalsozialismus und Antisemitismus möglich seien". Das sei ihre Botschaft. Ein eingespielter Videofilm zeigt klare Worte der Preisträgerin: Sie verurteilt Dummheit und Lüge, sie schätzt Vernunft und Wahrheit.

Erika Weinzierl, die selbst 2002 den "Erika-Weinzierl-Preis für Frauen und geschlechterspezifische Arbeiten der Universität Salzburg" ins Leben gerufen hat, schrieb mehr als dreißig Bücher, die immer wieder neu aufgelegt wurden (z. B.: "Zu wenig Gerechte - Österreicher und Judenverfolgung 1938-1945", Erstauflage 1969, wieder aufgelegt bei Donauland 2003), verfasste 300 Aufsätze und wissenschaftliche Beiträge. Erika Weinzierl hat sich sowohl in ihrer wissenschaftlichen Arbeit als auch durch zahlreiche Funktionen und Mitgliedschaften -sie ist u. a. Mitglied des Kuratoriums des Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus - stets für die Opfer des Holocausts eingesetzt. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Historikerin bereits zahlreiche Auszeichnungen in Empfang nehmen können, so u. a. das Große Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich und die Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien.

Unter den bisherigen "danubius"-Preisträgern finden sich Persönlichkeiten wie Viktor Frankl, Bruno Kreisky, Paul Lendvai und Marcel Prawy. Bereits zum 28. Mal wird dieser Preis an den insgesamt dreißigsten Preisträger verliehen, zum dritten Mal in Kooperation mit dem ORF. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert, außerdem erhält Erika Weinzierl den "danubius", eine Skulptur von Mag. Hubert Blanz, Absolvent der Meisterklasse Brigitte Kowanz von der Universität für angewandte Kunst.

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