Knafl: Positionen des Österreichischen Seniorenbundes zum Regierungsprogramm

Wesentliche Forderungen des Seniorenbundes enthalten!

Wien (OTS) - Bei einer heute stattgefundenen Pressekonferenz des Österreichischen Seniorenbundes stellte Bundesobmann Stefan Knafl mit Befriedigung fest, dass, im Regierungsprogramm für diese Gesetzgebungsperiode wesentliche Forderungen des Österreichischen Seniorenbundes enthalten sind (u.a. Briefwahlrecht, Diskriminierungsverbot, Heimaufenthaltsgesetz, Schaffung einer Pensionistenkurie, die Seniorenanwaltschaft, Pensions-, Gesundheitssicherungs- und Steuerreform, Schaffung von Seniorenbeiräten durch Länder und Gemeinden).

Knafl: "Da diese Forderungen auch vom Österreichischen Seniorenrat (ÖSR) gestellt werden, ist es für mich unerklärlich, warum der in diesem Jahr amts-führende Präsident des ÖSR und Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs, Karl Blecha, beim Landestag des OÖ-Pensionistenverbandes mit überschlagender Stimmer erklärte, diese Regierung rücksichtslos und gnadenlos zu bekämpfen".

Der Österreichische Seniorenbund unterstreicht die Notwendigkeit der raschen Umsetzung dieser Punkte des Regierungsprogrammes. Die gewaltigen Veränderungen in den Bereichen Lebenserwartung, Ausbildung, Arbeitszeit und Pensionsbezug erfordern im Interesse der Jungen und der Alten entsprechende Reformen zur Sicherung der sozialen Systeme unseres Landes.

Hier die Veränderungen im Detail:

1971 heute

Lebenserwartung 70 Jahre 79 Jahre + 9 Jahre
Ausbildung 17 Jahre 23 Jahre + 6 Jahre
Arbeitszeit 44 Jahre 36 Jahre - 8 Jahre
Pensionsbezug 9 Jahre 20 Jahre + 11 Jahre

Pensionssicherung

Der Österreichische Seniorenbund unterstützt die im Regierungsprogramm geplante Pensionsreform. Im Jahre 2000 waren die Neupensionen im Durchschnitt um 17 % höher als jene im Pensionsstock und um 31 % höher als die der Pensionsabgänger. Die Neupensionen erhöhen sich allein durch die Änderung der Beschäftigtenstruktur jährlich um rund 1,5 %. Alle Experten sind der Auffassung, dass hohe Neupensionen und hohe jährliche Pensionsanpassungen nicht finanzierbar sind.

Gesundheitssicherung

Grundsätzlich ist der Österreichische Seniorenbund für die Entwicklung unseres Reparatur-Krankheitssystems hin zum Vorsorge-Gesundheitssystem. Der Österreichische Seniorenbund fordert vor in Kraft treten der Beitragserhöhung für ASVG-Pensionisten im Bereich der Krankenversicherung am 1.1.2004 eine ausführliche Diskussion über

a) die Harmonisierung der Leistungen und der Beiträge der Krankenversicherungen für alle Pensionisten Österreichs,

b) die Schaffung einer Pensionistenkurie in der Sozialversicherung,

c) die Verbesserung der Leistungen im Bereich der medizinischen Hauskrankenpflege,

d) Gleichbehandlung der Pensionisten im Rahmen der Rehabilitation,

e) Anpassung des Pflegegeldes an die steigenden Pflegekosten,

f) Neuregelung der Ausbildung von Gesundheitsberufen und Unterstützung pflegender Angehöriger um einen drohenden Pflegenotstand zu begegnen,

g) die Schaffung eines Kostenbewusstseins in der Krankenversicherung für alle Beteiligten (Patienten, Ärzte, Pharmaindustrie etc.) und

h) ob die Schaffung von 9 verschiedenen Selbstbehalten durch die Organe der Gebietskrankenkassen sowie die Zusammenführung aller Krankenversicherungsträger auf Länderebene zu einer Kasse sinnvoll ist.

Selbstbehalte sollten nach Ansicht des Österreichischen Seniorenbundes - wenn sie überhaupt kommen - einheitlich vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger festgelegt werden.

An Stelle einer Zusammenführung aller Krankenversicherungsträger auf Länderebene zu einer Kasse schlägt der Österreichische Seniorenbund eine einheitliche Organisation der gesamten Krankenversicherung vor: Statt der derzeit 23 Krankenversicherungsträger soll es 4 geben - Arbeitnehmer, Gewerbliche Wirtschaft, Bauern und Öffentlich Bedienstete. Dabei müssen die föderalen Strukturen im Interesse der Versicherten allerdings voll erhalten bleiben. Dies bezieht sich ausdrücklich auf die Service- und Betreuungseinrichtungen für die betroffenen Menschen in den Bundesländern, da die Bedeutung der Bürgernähe in Zukunft weiter steigen wird.

"Zu klären ist auch, warum 40 % aller in Österreich verschriebenen Medikamente nicht gebraucht und warum in Österreich Generika in viel geringerem Umfang als in vergleichbaren Ländern verschrieben werden (Österreich: 9%, Deutschland: 40 %!), so Knafl abschließend.

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