Antiterrorparadox 2. Quadrophonisches Radiofeedback am 30.3. auf Ö1 und FM4

Wien (OTS) - Der Larsen-Effekt (Rückkopplung/Feedback), benannt nach dem dänischen Physiker Søren Larsen (1871-1957), bezeichnet ein Phänomen, das vielen aus Konzerten bekannt ist: Hält man ein Mikrofon zu nahe an einen Lautsprecher, verursacht dies einen sich schnell entwickelnden schrillen Ton, der zum Zusammenbruch des Audiosystems führen kann. Was früher als unangenehmes Störgeräusch galt, ist seit den Sechzigern vor allem in der Rockmusik als gängiges Stilmittel anerkannt. Tritt dieser Effekt in der elektronischen Kommunikation auf, kann man von einem Störfall sprechen. Informationen können nicht mehr sinnvoll übertragen werden.

In ihrer Live-Aktion im Wiener APA-Gebäude operieren die Wiener Künstler thilges3 http://www.thilges.at mit dem Mittel der Rückkoppelung. Sie interagieren damit mit den Radiosendern Österreich 1 (Sendung "Kunstradio - Radiokunst", 23.05 bis 23.45 Uhr)
und FM4 (Sendung "Im Sumpf", 21.00 - 24.00 Uhr). Die Verortung des Projekts in der Zentrale der wichtigsten österreichischen Nachrichtenagentur bildet durch die Funktion der APA als Sammelstelle, Filter und Distributor von Informationen einen spezifischen inhaltlichen Rahmen. Die künstlerische Transformation von Vernetzung, ein in der Medienbranche alltägliches Phänomen, verleiht dieser Handlung eine allgemeinere symbolische Bedeutung.

Um die Rückkoppelung zu erzeugen, schicken die Künstler von thilges3 akustische Informationen an den Sender (Radio). Diese kommen unmittelbar wieder retour via Radio. Mikrofone, die vor den Lautsprechern der Radiogeräte angebracht sind, fangen den gesendeten Sound ein, der von den Künstlern bearbeitet wird. Sie bedienen sich dabei modularen analogen Synthesizern; aufgrund ihrer flexiblen Ansteuerung können diese individuell und spontan neu konfiguriert werden, was der künstlerischen Intention von thilges3 sehr entgegen kommt.

Zugleich sind die Mikrofone für den Feedback-Effekt verantwortlich: Das Kurzschließen von Sender (Radio) und Empfänger (Mikro) verursacht die bekannten Störungen, die - im extremsten Fall - eine sinnvolle Übertragung von Informationen völlig unmöglich machen. thilges3 setzen sie hier aber als ästhetisches Mittel ein: Es entsteht ein "closed circuit" oder akustisches Perpetuum mobile. Wie bei all ihren künstlerischen Interventionen, werden thilges3 auch im APA-Gebäude eine quadrophone Situation inszenieren. Die Stereokanäle der beiden Radiosender werden in Monokanäle gesplittet und sind dadurch einzeln ansteuerbar. Ziel ist es, den Effekt räumlicher Akustik zu erzeugen.

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