Motorradsicherheit: Frühlingseuphorie lässt Gefahren vergessen!

Wien (OTS) - Die meisten Motorradfahren wissen um die Gefahren im Frühjahr: Reste von Rollsplitt auf der Fahrbahn, noch nicht reparierte Frostaufbrüche, mangelndes Gefühl für das Fahrzeug, Autofahrer, die sich erst wieder an die Einspurigen gewöhnen müssen, etc. Eine gründliche Überprüfung des Fahrzeuges und der Schutzausrüstung - vielleicht ist z.B. ein neues Helmvisier fällig -sind für verantwortungsbewusste Biker selbstverständlich. Ein "Warm Up-Training" kann dabei helfen, sich rasch wieder an das Motorrad zu gewöhnen.

Die größte Gefahr für Motorradfahrer im Frühling liegt aber nicht auf der Strasse sondern in den Köpfen der Lenker. Die Frühlingseuphorie, die bei vielen Bikern (und Autofahrern) durch die ersten Sonnenstrahlen ausgelöst wird, lässt oft die Gefahren des Straßenverkehrs vergessen.

Die Sicherheitsinitiative "Bikers Project" hat folgende Tipps zusammengestellt, die nicht nur im Frühjahr beherzigt werden sollten:

Wer sich mit einem motorisierten Zweirad auf öffentliche Straßen begibt, muss mit den dort herrschenden Verhältnissen zurecht kommen und für alle möglichen Gefahrensituationen eine ausreichende Sicherheitsreserve einkalkulieren. Diese Sicherheitsreserve ist die einzige "Knautschzone" des Bikers:

- Sicherheitsreserve für Fehler der Straßenbauer und Straßenerhalter!

Natürlich sollen Fahrbahnmängel vermieden oder ausgebessert werden - die letztendliche Verantwortung liegt aber beim
Lenker! "Auf Sicht fahren" ist ein altbekannter, logischer aber leider nicht immer eingehaltener Schlüssel zur Unfallvermeidung!

- Sicherheitsreserve für Fehler anderer Verkehrsteilnehmer!

Verkehrsteilnehmer sind Menschen, die Fehler machen. Außerdem werden Motorradfahrer sehr leicht übersehen. In jeder Situation muss der Biker damit rechnen, nicht gesehen zu werden und entsprechenden Ausweichraum einkalkulieren. In Österreich werden ca. 30% aller tödlichen Motorradunfälle durch Autofahrer verursacht. Auch die weit verbreitete Handymanie am Steuer senkt Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit, was gerade den schwächeren Verkehrsteilnehmern oft zum Verhängnis wird. Also lieber noch etwas mehr Ausweichraum einplanen.

- Doppelte Sicherheitsreserve in Kurven mit Leitschienen, anderen Anprallhindernissen oder mit Gegenverkehr!

Man muss ja nicht ausgerechnet im Bereich scharfkantiger Leitschienen, oder wenn in der Kurve Autos entgegenkommen, die Haftfähigkeit der Reifen ausprobieren. Ein Sturz in die Wiese oder ins Gestrüpp ist vielleicht verkraftbar, eine Frontalkollision mit einer Leitschiene oder einem Auto sicher nicht.

- Sicherheitsreserve für eigene Fehler und eigenen Leichtsinn!

Über 90% der Biker (und auch der Autofahrer) halten sich für sehr gute Fahrer und schließen fast völlig aus, dass die selbst einmal einen Unfall verursachen könnten. Allerdings ist der Mensch von Natur aus nur mit den Fähigkeiten für eine "langsame Fortbewegung in Kleingruppen" ausgestattet und von seinen erbärmlichen Reaktionsgeschwindigkeiten - jede Stubenfliege ist hier vielfach überlegen - und seiner filigranen Konstitution (Verletzbarkeit) her für höhere Geschwindigkeiten völlig ungeeignet. Das muss uns immer bewusst sein bzw. wird uns von den Unfallbilanzen ohnehin jedes Jahr vor Augen geführt.

50% weniger Motorradunfälle - warum nicht?

Die Sicherheitsinitiative Bikers Project setzt sich dafür ein, die schweren Motorradunfälle innerhalb der nächsten 3 bis 4 Jahre auf die Hälfte zu reduzieren. "Bis Ende 2002 können wir im Vergleich zum Jahr 2000 immerhin einen Rückgang der tödlichen Motorradunfälle um fast 20% feststellen, in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark sogar um fast 40%. So unrealistisch ist diese Zielsetzung also gar nicht," meint der Projektkoordinator Michael Praschl.

Rückfragen & Kontakt:

Bikers Project
Mag. Michael Praschl
Thaliastraße 97/2, A-1160 Wien
Tel.: 01 / 494 80 60
praschl@aon.at

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