GPA-Fetik: Frauenministerin bleibt Position zu Öffnungszeiten-Plänen schuldig

Öffnungszeiten-Liberalisierung nicht auf Kosten von Frauen

Wien (GPA/ÖGB). "Angesichts der auf dem Tisch liegenden Pläne der Bundesregierung zur weiteren Freigabe der Öffnungszeiten, ist eine Stellungnahme von Frauenministerin Rauch-Kallat längst überfällig", sieht die Wiener Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Ilse Fetik, dringenden Handlungsbedarf. Mit rund 70 Prozent stellen Frauen den weitaus größten Teil der Handelsangestellten, alleine in Wien sind 60.000 Frauen im Handel beschäftigt, 40 Prozent davon in Teilzeitbeschäftigung, elf Prozent sind geringfügig beschäftigt. Sie wären von im Raum stehenden Gehaltseinbußen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen übermäßig betroffen und hätten mit zusätzlichen Hürden zu rechnen, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft. ++++

Die Bundesregierung sei schlecht beraten, bei der Neuregelung der Ladenöffnungszeiten, die Interessen der ArbeitnehmerInnen zu ignorieren und sich einseitig für die Wünsche der großen Handelsmultis einspannen zu lassen, kritisiert Fetik und fordert seitens der Regierung klare und soziale Regelungen was die Gestaltung der Arbeitszeiten betrifft sowie konkrete Maßnahmen zur Sicherung ausreichender zusätzlicher Kinderbetreuungseinrichtungen sowie Verkehrsverbindungen. "Rund ein Drittel der Frauen, die in den Geschäften auf der Wiener Mariahilferstraße arbeiten legen täglich Anfahrtswege von über 60 km zurück. Nicht nur diese Frauen werden sich von der Zusicherung der Bundesregierung, die Sonntagsruhe weiterhin unangetastet lassen zu wollen nur wenig beruhigen lassen, wenn gleichzeitig an jedem Samstag gearbeitet werden soll und künftig im Handel Nachtarbeit möglich wird, erinnert die Frauenvorsitzende die Bundesregierung an ihr Versprechen, für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sorgen zu wollen.

Das Aufrechterhalten der bestehenden Regelung, wonach jeder zweite Samstag arbeitsfrei zu sein hat sowie die Gewährleistung zusammenhängender bzw. geblockter Arbeitszeiten unterstreicht Fetik als zentrale Forderungen der Gewerkschaft bei einer möglichen Neuregelung der Öffnungszeiten. Ebenso wesentlich sei die Anhebung der Mindestgehälter im Handel. "Eine zeitgemäße Änderung der Ladenöffnungszeiten ist für uns als GewerkschafterInnen kein Tabuthema. Dass eine solche Neugestaltung nicht auf Kosten der ArbeitnehmerInnen, vor allem von Frauen gehen darf, sondern faire und soziale Rahmenbedingungen voraussetzt muss sowohl der Regierung als auch den profitierenden Unternehmen klar sein. In diesem Sinn hoffe ich auf entsprechende Klarstellungen der Frauenministerin", so Fetik abschließend.

ÖGB, 27. März 2003
Nr. 202

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