Wiener Nordost-Umfahrung: SPÖ-Reiter für Lösung, die Wien keine Nachteile bringt

FPÖ-Madejski-Vorschlag Außenringtrasse verkehrstechnisch, ökonomisch, ökologisch und raumplanungmäßig problematisch

Wien (SPW-K) - Der Wiener SPÖ-Gemeinderat Günther Reiter spricht sich im Zuge der geplanten Errichtung der Wiener Straßen-Nordost-Umfahrung für eine Lösung aus, die der Stadt keine verkehrstechnischen, ökonomischen, ökologischen und raumplanungsmäßigen Nachteile bringt. "Genau das aber ist bei den von FPÖ-Gemeinderat Madejski favorisierten Vorschlag einer kompletten Außenringtrasse nicht der Fall. Zu viele Probleme sprechen gegen diese Variante", stellte Reiter Mittwoch in einer Replik im Pressedienst der SPÖ Wien zu den Ausführungen des FPÖ-Politiers fest. ****

Seine Fraktion bevorzuge deshalb eine Lösung, die den Nationalpark Lobau an der schmalsten Stelle unterquere und insgesamt durch einen Mix eines relativ kurzen Tunnels und umfassender Lärmschutzmaßnahmen ein bestmögliches Maß zwischen gewünschter menschlichen Mobilität, dem Umweltschutz und den wirtschaftlichen Interessen der Stadt sicherstelle, erläuterte Reiter seine Vorstellungen über die künftige Trassenführung. Wesentlich scheine ihm die Tangierung des ehemaligen Flugfeldes Aspern, weil damit eine direkte Anbindung dieses so wichtigen neuen Siedlungs- und Betriebsgebietes an das hochrangige Straßennetz gewährleistet wäre. Durch die vorgesehene Verlängerung der U-Bahnlinie U 2 genau dort hin bestünde zudem die Möglichkeit, dieses städtebaulich attraktive Gebiet mit einem besonders leistungsfähigen öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen, betonte Reiter. Der Mandatar wies zudem darauf hin, dass bei dieser Trassenführung mögliche Lärm- und Schadstoffbeeinträchtigungen von Anrainern durch unterirdische und tiefer gelegte Trassenführungen auf ein Minimum begrenzt würden. Begrünungen oberhalb des Tunnels könnten als zusätzliche Erholungsfläche genützt werden.

Eine reine Außenringtrasse würde - und man sollte sich da keiner Illusion hingegeben - neue Einkaufszentren und Fachmärkte entlang dieses Straßenzuges unmittelbar außerhalb der Wiener Stadtgrenze und damit eine weitere Zersiedelung nach sich ziehen. Damit würde eine so katastrophale verkehrstechnische Entwicklung wie bei der Shopping City Süd drohen, finanziell nur Niederösterreich davon profitieren, Wien hingegen eine zusätzliche Verkehrslawine und noch mehr Verpackungsmüll verkraften müssen. Reiter: "Die von Madejski vorgeschlagene Lösung ist ein Wirtschaftsförderungsprogramm für Niederösterreich, das Wien viel zu viele Nachteile bringen würde". Auch wäre die Unterquerung des Nationalparks mit einem vier Kilometer langen Tunnel besonders problematisch, weil im Parks selbst keine Fluchtstiegen, Entlüftungsbauwerke usw. angelegt werden könnten.

Abschließend informierte Reiter, dass derzeit Probebohrungen stattfänden, die wesentliche geotechnische Parameter für die Entscheidungsfindung auch hinsichtlich der Frage einer Untertunnelung oder eines Brückenbaus für die sechste Donauquerung liefern sollen. (Schluss)

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