RÖI-Einstellung ist "kulturpolitischer Skandal"

Einstimmige Protestresolution der Kunst-Mediengewerkschaft

Wien (KMSfB/ÖGB). Als "kulturpolitischen Skandal" bezeichnete der Bundesvorstand der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB) die vom ORF-Stiftungsrat am Mittwoch beschlossene de facto-Einstellung von Radio Österreich International (RÖI). Wie es in einer einstimmig beschlossenen Protestresolution heißt, werde damit künftig "Österreichs Stimme - und auch Österreichs Kultur - in der Welt nicht mehr zu hören sein, sondern nur mehr Bundesdeutsches." Und KMSfB-Vorsitzender Peter Paul Skrepek brachte es auf den Punkt: "Ein ORF, der die österreichische Kultur nicht auch nach außen hin vertritt, stellt sich selbst in Frage."++++

Wie es in der Protestresolution weiter heißt, sei die RÖI-Einstellung im Widerspruch zum Geist des ORF-Gesetzes. Der KMSfB-Bundesvorstand appellierte daher an den ORF-Stiftungsrat, seinen Beschluss zu revidieren. Zugleich wurde die Bundesregierung aufgefordert, dem ORF ausreichende finanzielle Möglichkeiten zu geben, um dem gesetzlichen Auftrag auch im internationalen Bereich nachkommen zu können. Das für die Kurzwelle geplante Senden "irgend eines Segments aus dem ORF-Programm" sei kein gleichwertiger Ersatz für das bisherige eigenständige Programm, betont der KMSfB-Bundesvorstand. RÖI sei "nicht nur für Auslandsösterreicher der Draht zur Heimat, sondern stellt eine wichtige Informationsschiene für Ausländer über Österreichs Kultur in allen Bereichen dar". (schluss)

ÖGB, 26. März 2003
Nr. 200

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