AK: Kinderbetreuungsgeld wird von Frauen teuer bezahlt

Wien (AK) - Wie von der AK erwartet, hat das Kinderbetreuungsgeld zu längeren Berufsunterbrechungen geführt. Mangels entsprechender Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist die Familienleistung eben bestimmend für die Dauer der Berufsunterbrechung. "Ohne entsprechende Kinderbetreuung, familienfreundliche Arbeitszeiten und fehlende partnerschaftliche Aufteilung von Betreuungsaufgaben kann nicht von einer Wahlfreiheit zwischen Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung gesprochen werden", betont Ingrid Moritz, Frauen- und Familienexpertin der AK Wien. Die Nachteile der Berufsunterbrechung bekommen die Frauen dann über die gesamte Lebenszeit zu spüren: beruflicher Abstieg beim Wiedereinstieg, verringerte Karrierechancen, geringeres Einkommen und eine deutlich schlechtere Versorung im Alter sind der Preis, den Frauen für die Berufsunterbrechung zahlen müssen.

Die Studie hat deutlich gezeigt, dass die neuen Zuverdienstregelungen nicht den erwarteten Effekt, nämlich den Wiedereinstieg zu erleichtern, erreicht haben. Der Zuverdienst wird vor allem von Frauen mit höheren Einkommen beansprucht.

Die AK verlangt, dass die Regierung die Probleme des Wiedereinstiegs ernst nimmt und Maßnahmen setzt, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Dazu zählt der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, ein Recht auf Mitbestimmung bei der Arbeitszeit für alle Eltern, und zwar unabhängig von der Größe des Betriebes, sowie die Beseitigung der arbeitsrechtlichen Stolpersteine im Zusammenhang mit dem Kinderbetreuungsgeld. Vor allem der Kündigungsschutz für Frauen muss verbessert werden, außerdem darf es keine Zuverdienstgrenze bei Teilzeitkarenz geben.

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