NEWS: Brisanter Briefwechsel fünf Wochen vor Groers Tod

Groer-Opfer Hartmann: "Hoffte bis zuletzt auf Zeichen der Wiedergutmachung" - Groer-Freund Krenn: "Hätte mir gewünscht, dass Groer noch zu Lebzeiten rehabilitiert wird"

Wien (OTS) - In seiner morgen erscheinenden neuen Ausgabe
berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS über einen letzten brisanten Briefwechsel zwischen dem Montag nacht verstorbenen Wiener Alt-Erzbischof Hans Hermann Groer und seinem prominentesten Missbrauchs-Opfer Josef Hartmann.

Die Anwaltskanzlei Lanksy, Ganzger & Co ließ namens ihres Mandaten Josef Hartmann wissen, dass sie von Groer "in Folge der von Ihnen zu verantwortenden jahrelangen Mißbrauchshandlungen finanzielle Entschädigung" begehrt.

Ganz konkret forderte die Kanzlei 70.000 Euro , die das Groer-Opfer nicht persönlich kassieren, sondern für eine gerade gegründete Mißbrauchs-Opfer-Hilfseinrichtung des Sexualforschers Rainer König-Hollerweger stiften wollte. Josef Hartmann begründet den letzten Paukenschlag im Fall Groer, den sein prominentestes Opfer genau acht Jahre nach seiner spektakulären Enthüllung im März 1995 setzte, in einem NEWS-Interview wörtlich so:

Hartmann zum letzten Brief an Groer: "Der Auslöser war die wiederholte Provokation von Bischof Kurt Krenn, Groer sei unschuldig und gehöre rehabilitiert. Ich habe bereits vor einem Jahr öffentlich in einem NEWS-Interview angekündigt, dass ich Groer und die Kirche nach US-Vorbild auf Schadenersatz klagen werde. Und wollte damit allen Beteiligten noch einmal die Chance geben, ein Zeichen des guten Willens und der Versöhnung zu setzen. Der einzige, von dem ich danach überhaupt nichts gehört hatte, war Hans Hermann Groer. Daher hat mein Anwalt knapp ein Jahr nach diesem öffentlichen Appell heuer Mitte Februar ein förmliches Schreiben an Groer mit der Aufforderung nach Wiedergutmachung gerichtet."

Hartmann zum Tod Groers: "Ich hatte bis zuletzt auf ein Zeichen der Versöhnung und Wiedergutmachung gehofft." Und: "Jetzt kann ich ihm nur eines wünschen: Frieden seiner Seele."
Groer ließ den letzten Brief seines Ex-Zöglings erst nach einem Monat Nachdenkpause beantworten. Der Brief ist mit 18. März 2003 datiert. Der Kardinal ließ Hartmann - von Anwalt zu Anwalt - wörtlich schreiben:
- "In der Causa Groer-Hartmann muss ich Sie um Verständnis für eine verzögerte Stellungnahme ersuchen. Kardinal Groer wurde mit einem Kreislaufkollaps ins Spital eingeliefert."
- "Derzeit ist ein Entlassungsdatum nicht absehbar, ich hoffe aber, dass ich innerhalb der nächsten 6 Wochen eine Stellungnahme zu Ihrem Schreiben nach Rücksprache mit Herrn Kardinal Groer abgeben kann."

Eine Woche nach Abfassung des Briefes verstarb Kardinal Groer. Neuerlich hinter Groer stellt sich in einem Interview mit NEWS der St. Pöltner Bischof Kurt Krenn. Krenn wörtlich in NEWS
- zum Tod Groers: "Ich werde auch jetzt, nach seinem Tod, noch hinter ihm stehen. Er wurde schwer beschuldigt und beschimpft. Es war für mich selbstverständliche Pflicht, einen Mitbruder zu schützen."
- zu den Missbrauchs-Vorwürfen: "Er hat sehr an ihnen gelitten. Zu mir hat er einmal das gesagt: ‘Was mir vorgeworfen wird, ist nicht wahr’. Öffentlich hat er sich so deutlich nie geäußert. Was er mir sagte, vor allem: wie er es tat, schien mir absolut glaubwürdig"
- Und : "Ich habe es mir immer gewünscht, dass er noch zu Lebzeiten rehabilitiert wird."

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